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Uhu-Küken gesund und munter - neuer Partner für „Lisbeth“?

Die Marburger Uhu-Küken gedeihen prächtig. Doch wer ist der nächtliche Besucher im Turm der Elisabethkirche - und steht vielleicht noch einmal Nachwuchs ins Haus?

16.04.2026

Da hatten sie die Augen noch geschlossen - die drei geretteten Uhu-Küken aus Marburg entwickeln sich in der spezialisierten Wildvogel-Aufzuchtstation prächtig. Maik Dobbermann/NABU Marburg/dpa

Da hatten sie die Augen noch geschlossen - die drei geretteten Uhu-Küken aus Marburg entwickeln sich in der spezialisierten Wildvogel-Aufzuchtstation prächtig. Maik Dobbermann/NABU Marburg/dpa

© Maik Dobbermann/NABU Marburg/dpa

Als frisch geschlüpfte Winzlinge wurden sie dank einer Webcam berühmt - inzwischen leben die Uhu-Küken „Juhu 1“, „Juhu 2“ und „Juhu 3“ aus dem Kirchturm der Marburger Elisabethkirche seit gut drei Wochen in einer Wildvogelstation. „Sie entwickeln sich prima und werden von der Amme bestens versorgt“, teilte Hartmut Möller vom Umweltverband Nabu auf Anfrage mit. 

Küken vor dem Hungertod gerettet

Seit Januar dieses Jahres betreibt der Nabu die Webcam, über die tausende Interessierte aus aller Welt die Uhu-Brut in einem Nistkasten in etwa 70 Metern Höhe in dem Turm beobachtet hatten. Die damals erst wenige Tage alten Küken waren im März aus dem Nistkasten gerettet worden, nachdem durch die Webcam zuvor sichtbar wurde, dass die erst wenige Tage alten Jungvögel nicht mehr mit Futter versorgt wurden. 

Der Grund: Uhu-Männchen „Hugo“ kam nicht mehr mit Beute zu dem Nistkasten, in dem Uhu-Weibchen „Lisbeth“ die Küken warmhielt. Weil der Hungertod der kleinen Uhus drohte, entschieden sich die Helfer, einzugreifen. In der spezialisierten Aufzuchtstation werden die Küken nun versorgt und sollen im September ausgewildert werden. 

Prägephase für Jung-Uhus läuft noch

Noch bis zum kommenden Dienstag laufe die Prägephase für die Küken - in dieser Zeit sollen sie möglichst wenig Sichtkontakt zu Menschen haben, wie Möller erläuterte. Deshalb arbeiteten die Pfleger sehr diskret beim Zufüttern für Uhu-Amme „Momo“, die wiederum die Küken weiter füttert. 

Aber auch an dem Ort, an dem die drei jungen Uhus das Licht der Welt erblickt hatten, tut sich einiges: Neben „Lisbeth“ wird dort seit einiger Zeit auch ein männlicher Uhu gesichtet. Ob es „Hugo“ ist, von dem man wegen seines Wegbleibens zunächst angenommen hatte, dass er möglicherweise verunglückt sei, ist laut Möller absolut nicht sicher - „auch wenn die Uhu-Fangemeinde es so ständig postuliert“. Die Vögel seien nicht beringt und allein anhand des Aussehens könne man keine definitive Aussage treffen. 

Liebesnest im Kirchturm

Anhand bekannter Verhaltensmuster könne man aber sicher davon ausgehen, dass es sich bei dem weiblichen Vogel um „Lisbeth“ handelt - die Weibchen seien standorttreu, und wenn ein Brutplatz einmal als geeignet empfunden wurde, werde er jedes Jahr wieder gewählt, sagte Möller. Den Uhu-Mann, der jetzt jede Nacht im Kasten gesichtet werde, habe man mittlerweile „Udo“ genannt. 

Zwischenzeitlich seien auch zweimal Paarungen an der Elisabethkirche beobachtet worden, berichtete Möller. Er schließt nicht aus, dass es bald erneut zu Nachwuchs in dem Nistkasten kommen könnte. Beim Verlust einer Brut legten einigen Vogelarten im Anschluss noch einmal nach. „Es bleibt also spannend“, sagte Möller.

Weil ihr Hungertod drohte, hatten Helfer drei Uhu-Küken aus dem Turm der Marburger Elisabethkirche gerettet und in eine spezialisierte Wildvogel-Aufzuchtstation gebracht. Uhu-Weibchen „Lisbeth“ hingegen wird nach wie vor in dem Turm gesichtet - und auch ein männlicher Uhu. (Foto Archiv)Christine Schultze/dpa

Weil ihr Hungertod drohte, hatten Helfer drei Uhu-Küken aus dem Turm der Marburger Elisabethkirche gerettet und in eine spezialisierte Wildvogel-Aufzuchtstation gebracht. Uhu-Weibchen „Lisbeth“ hingegen wird nach wie vor in dem Turm gesichtet - und auch ein männlicher Uhu. (Foto Archiv)Christine Schultze/dpa

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