Tunnelbohrmaschine „Paulina“ arbeitet am Gotthard wieder
100 Meter Fels trennen „Paulina“ noch von sicherem Terrain. Warum die zweite Röhre des Gotthardstraßentunnel auch für deutsche Urlauber so wichtig ist.
Nach einer Zwangspause hat die Tunnelbohrmaschine „Paulina“ noch 100 Meter Störzone vor sich. (Archivbild)Samuel Golay/KEYSTONE/TI-PRESS/dpa
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Nach fast einem Jahr Zwangspause ist die deutsche Tunnelbohrmaschine „Paulina“ im Schweizer Gotthard-Tunnel nun wieder im Einsatz. Die Maschine des Herstellers Herrenknecht aus Schwanau (Ortenaukreis) war im Juni 2025 in einer Störzone des Gesteins gestoppt worden. Am Gotthard wird eine zweite Straßenröhre gebaut. Der Tunnel soll 2030 eröffnet werden.
Grund für den Bohrstopp war nach neuen Angaben des Schweizer Bundesamtes für Straßen (Astra) „Gesteinsniederbruch“. Damit ist gemeint, dass Gestein in dem Bereich der Maschine herabstürzte. Die Zone sei nun gesichert worden, deshalb habe die Maschine heute ihren Betrieb wieder aufgenommen. Bis zum Ende der Störzone seien es noch rund 100 Meter.
Risiko: Maschine könnte steckenbleiben
Im vergangenen Jahr war beim Stopp nur von einer Vorsichtsmaßnahme gesprochen worden. Zuvor hatte die Tunnelbaufirma mehrfach gewarnt, dass die Maschine in der Störzone steckenzubleiben drohte. Herrenknecht selbst äußerte sich aus vertraglichen Gründen nicht dazu.
Der Gotthard-Straßentunnel ist eine wichtige Nord-Süd-Verbindung durch die Alpen, die jedes Jahr auch von deutschen Urlaubern auf den Weg in den Süden genutzt wird. Wenn die zweite Röhre fertig ist, soll die erste Röhre aus dem Jahr 1980 saniert werden. Die Röhren sind rund 17 Kilometer lang und verbinden Göschenen im Kanton Uri mit Airolo im Kanton Tessin.