Tuchels Stratege Rice: Unverzichtbar und hochgelobt
England hat bei der WM nur ein Ziel: den ersten Titel seit 60 Jahren. Neben Harry Kane steht vor allem ein Spieler im Mittelpunkt. Dabei wäre er beinahe bei einem anderen Nationalteam gelandet.
Declan Rice soll nach dem FC Arsenal auch England zum Titel führen. (Archivbild)Tom Weller/dpa
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Declan Rice ist in diesem Sommer auf einer Art Befreiungsmission. Erst musste der Mittelfeldstratege den FC Arsenal von seiner Titellosigkeit erlösen - was mit dem Gewinn der Premier-League-Krone eindrucksvoll gelungen ist. Nun soll Rice die Three Lions zum ersten WM-Triumph seit 60 Jahren führen. „Wir sind hier, um den Titel zu holen“, sagte Rice in den USA. „Aber wir wissen auch, dass alles passen muss.“
Alles passen - das tat es beim Team von Thomas Tuchel nur im ersten Spiel gegen Kroatien. Das fulminante 4:2 gegen den WM-Dritten löste in der Heimat riesige Euphorie aus, die durch das triste 0:0 gegen Ghana aber schnell wieder einen Dämpfer erhielt. Auch Rice konnte gegen die defensivstarken Afrikaner dem Spiel der Three Lions nicht die nötigen Konturen geben.
Tuchel voll des Lobes
Dabei hatte Tuchel ihn vor dem zweiten Gruppenspiel noch in den allerhöchsten Tönen gelobt. „In der aktuellen Form ist er einer der besten Mittelfeldspieler der Welt“, sagte Tuchel. Diese Aussagen decken sich mit den internationalen Leistungen von Rice. „Er ist sehr bescheiden, bereit, ein Teamplayer zu sein und immer bereit, seine unglaubliche Energie in die Gruppe zu geben.“
Tuchel ist seit jeher ein großer Fan von Rice. Auch deshalb wollte der Coach den Mittelfeldspieler zu seiner Zeit als Trainer von Bayern München unbedingt von West Ham United zum deutschen Rekordmeister lotsen. Der Transfer kam nicht zustande, sodass Tuchel eine Weile warten musste, um mit Rice zusammenarbeiten zu dürfen.
Declan Rice hat den FC Arsenal zur Meisterschaft geführt, jetzt soll der WM-Titel mit England her. (Archivbild)Kin Cheung/AP/dpa
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Kane und Rice als Anführer
Nun ist es in Englands Nationalmannschaft endlich so weit. Zusammen mit Kapitän und Torjäger Harry Kane ist Rice Tuchels verlängerter Arm beim WM-Mitfavoriten. Vor allem bei Standards ist der Profi eine echte Waffe. Schon beim FC Arsenal war es Rice, der mit seinen Vorlagen aus Ecken oder Freistößen riesigen Anteil am Titelgewinn der „Gunners“ hatte. Auch im Nationalteam schlägt Rice praktisch alle Ecken und bediente so Kane beim zweiten England-Treffer gegen Kroatien mustergültig.
„Jedes Mal, wenn ich mir den Ball zu einer Ecke oder einem Freistoß hinlege, habe ich das Gefühl, dass daraus ein Tor entstehen kann“, sagte Rice. Aber auch aus dem laufenden Spiel ist sein Einfluss allgegenwärtig. Er ist derjenige, der die meisten Angriffe der Engländer aus dem zentralen defensiven Mittelfeld heraus einleitet.
Erste Länderspiele für Irland
Dabei war zunächst gar nicht sicher, dass Rice einmal für England spielen würde. Weil seine Großeltern aus Irland stammen, spielte er zu Beginn seiner Karriere dreimal für Irland. Erst 2019 entschied er sich, für die Three Lions aufzulaufen. Ein Weg, den er nicht bereut hat. „England beim größten Turnier der Welt zu vertreten, ist die größte Ehre, die es gibt“, sagte Rice, um den es vor dem letzten Gruppenspiel gegen Panama an diesem Samstag (23.00 Uhr/MEZ) ein paar Sorgen gibt.
Declan Rice hat in dieser Saison schon mehr als 50 Spiele für Arsenal gemacht. (Archivbild)Tom Weller/dpa
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Nach dem Ghana-Spiel verließ er mit einem dicken Verband an der Wade das Stadion. 55 Partien bestritt er in der abgelaufenen Saison für Arsenal. „Das ist eine unverschämte Menge an Spielen“, sagte Rice, der gegen Panama aber bereit sein will. Danach warten im Idealfall fünf weitere Partien - der große Schlusspunkt wäre das Endspiel in East Rutherford nahe New York am 19. Juli.
„Declan spielt Fußball, wenn er Fußball spielen will. Er ist gut drauf, ich mache mir keine Sorgen“, sagte Eberechi Eze, Teamkollege sowohl bei Arsenal als auch in der Nationalmannschaft. Eine Nachricht, die auch Tuchel beruhigen wird. „Er ist aktuell einer der besten Fußballer der Welt.“