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Tschentscher für Abschiebung gefährlicher Flüchtlinge

Die Tat eines Flüchtlings aus dem Südsudan im Hamburger U-Bahnhof Wandsbek sorgt für Entsetzen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Der Ruf nach Konsequenzen wird lauter - auch beim Bürgermeister.

02.02.2026

Hamburgs Bürgermeister Tschentscher fordert Konsequenzen aus der Tat vom U-Bahnhof Wandsbek. dpa

Hamburgs Bürgermeister Tschentscher fordert Konsequenzen aus der Tat vom U-Bahnhof Wandsbek. dpa

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Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hat sich nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Frau im U-Bahnhof Wandsbek für die Abschiebung gefährlicher Flüchtlinge ausgesprochen. In der vergangenen Woche hatte sich ein Südsudanese zusammen mit einer auf dem Bahnhof wartenden 18-Jährigen vor einen einfahrenden Zug geworfen. Der Fall verdeutliche aus Sicht Tschentschers „die Dringlichkeit rechtlicher Regelungen zur Rückführung von Flüchtlingen, die zu einem Risiko für die Sicherheit werden“, sagte Regierungssprecher Christopher Harms der dpa.

„Die Tat wirft aus Sicht des Ersten Bürgermeisters ernste Fragen zur Teilnahme und konkreten Umsetzung von Aufnahmeprogrammen und anderen Regelungen auf, die über das Asylrecht hinausgehen.“ 

Täter war im Rahmen eines Bundesprogramms in Hamburg 

Der 25 Jahre alte Südsudanese befand sich den Angaben zufolge seit Sommer 2024 im Rahmen eines sogenannten Resettlement-Programms der Bundesregierung in Deutschland. Er sei Hamburg durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zugewiesen worden, sagte Harms. 

Laut Staatsanwaltschaft war der Mann bereits vor der Tat am vergangenen Donnerstag strafrechtlich in Erscheinung getreten. 

Am Donnerstagabend hatte er nach bisherigen Erkenntnissen die ihm unbekannte Frau auf dem Bahnsteig gegriffen und sich mit ihr vor die einfahrende U-Bahn gestürzt. Der Südsudanese und die junge Frau mit iranischer Staatsbürgerschaft starben noch im Gleisbett.

Der Bürgermeister sei „bestürzt über den Tod der jungen Frau“, sagte Harms. Er spreche ihrer Familie und Angehörigen das tief empfundene Beileid des Senats aus. Tschentscher lasse sich fortlaufend über die Aufklärung der Ereignisse und den Stand der Ermittlungen informieren. 

Dompropst: Opfer war Mitglied einer katholischen Pfarrei 

Der Hamburger Dompropst Berthold Bonekamp bestätigte unterdessen den „Kieler Nachrichten“, dass die 18-Jährige Mitglied der katholischen Pfarrei Seliger Eduard Müller in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) gewesen sei. Die junge Frau war nach Angaben der Kirchengemeinde mit ihrer Familie als Flüchtling aus dem Iran nach Bad Bramstedt gekommen. Sie habe sich vor fünf Jahren mit ihrer Mutter taufen lassen und sich als Messdienerin engagiert.

Bad Bramstedts Bürgermeister Felix Carl (parteilos) sagte den „Kieler Nachrichten“: „Ein so junger Mensch, voller Hoffnungen und Zukunftspläne, wurde völlig sinnlos aus dem Leben gerissen. Das macht uns alle betroffen und sprachlos.“