Trotz starker 45 Minuten: Dynamo geht in Heidenheim unter
Nach Halbzeit eins hätte auf der Ostalb keiner mehr auf das eigene Team gewettet. Doch die Dresdner bekommen dann keinen Boden mehr unter die Füße.
a. Vincent Vermeij (r, Dynamo Dresden) und das Team jubeln nach dem Tor zum 0:1.Harry Langer/dpa
© Harry Langer/dpa
Dieses Spiel wird man bei Dynamo Dresden lange nicht vergessen. 45 Minuten die klar bessere Mannschaft, dann im Angriffswirbel des 1. FC Heidenheim untergegangen und mit 3:5 (1:0) verloren. Was nutzten die Treffer von Vincent Vermeij (30.), Robert Wagner (73.) und Jonas Sterner (90.+7), wenn im zweiten Durchgang gleich fünf Gegentreffer hingenommen werden müssen?
Die tragischen Figuren waren Heidenheim-Rückkehrer Thomas Keller, der nach 69 Minuten mit Gelb-Rot vom Feld musste, und sein Innenverteidiger-Kollege Friedrich Müller, dem ein unglückliches Eigentor unterlief.
„Wir müssen die Fehler schon bei uns suchen. Nach dem Eigentor hat das Spiel so eine gewisse Dynamik angenommen. Wir haben es nicht geschafft, Heidenheim über fünf, sechs Minuten zu zermürben. Und schließlich was dann jeder Schuss ein Treffer“, sagte Dynamo-Trainer Thomas Stamm bei „Sky“.
Dresden ohne Rapp und Daferner
Die Dresdner mussten auf Nicolaj Rapp und Christoph Daferner verzichten. Rapp fiel kurzfristig wegen Achillessehnenbeschwerden aus, Daferner muss nach einem Zeckenbiss Antibiotika einnehmen.
Gegen einen nach einem schlechten Saisonstart einschließlich frühem Pokal-Aus gegen Regionalligist Jeddeloh II gleich auf sieben Positionen veränderten 1. FC Heidenheim hatten die Sachsen von Beginn an die Spielkontrolle. In Halbzeit eins dominierten die Gäste, hatten streckenweise bis zu 80 Prozent Ballbesitz, ohne offensiv aber groß wirksam zu werden.
Dynamo-Führung macht das Spiel interessanter
Ab Minute 30 und der Dynamo-Führung änderte sich die Partie, plötzlich gab es Chancen auf beiden Seiten. Vermeij´s Kopfballtreffer nach Sterner-Ecke machte zunächst den Dresdnern Lust auf weitere Treffer. Kaan Inanoglu (33.) scheiterte mit einem Flugkopfball am artistisch rettenden neuen FCH-Torhüter Thomas Dähne, Ben Bobzien (36.) verfehlte das Tor knapp und auch Hauptmann (40.) fand in aussichtsreicher Position in Dähne seinen Meister.
Ganz ungefährlich aber waren die Gastgeber auch nicht. Tim Schreiber (35.) rettete stark gegen den durchgebrochenen Luca Kerber und war auch bei einem gefährlichen Flachschuss von Budu Zvivzivadze (45.) auf dem Posten.
Kritikpunkte bei Dynamo: die Chancenverwertung. Und: das Spiel lief fast ausnahmslos über die starke linke Seite. Da Inanoglu von der echten Seite immer wieder ins Zentrum zog, blieb dessen Flanke weitgehend verwaist.
Heidenheim kommt stark aus der Pause
Nach dem Seitenwechsel scheiterte zunächst Vermeij (48.) an Michael Heule, der seinen Schuss blockte. Dann folgte ein nicht mehr endender Angriffswirbel der Gastgeber, in der besonders Schreiber sein Können zeigen konnte. Besonders bei einem Schuss von Marcel Costly (50.) reagierte der Dresdner Schlussmann gedankenschnell. Die Dynamo-Abwehr geriet schwer unter Druck. Die Stamm-Schützlinge konnten kaum für Entlastung sorgen und kassierten folgerichtig den Ausgleich durch Jan Schöppner (67.).
Da keimte noch einmal Hoffnung bei Dynamo: Robert Wagner (r, Dynamo Dresden) trifft zum 1:2.Harry Langer/dpa
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Es spricht für die Moral der Dresdner, dass sie sich weder vom Gegentor noch von der Ampelkarte gegen den früheren Heidenheimer Keller (69.) beeindrucken ließen und ihr Heil in der Flucht nach vorn suchten. Nach einer schönen Einzelaktion von Bobzien und einem beherzten Nachsetzen von Jonas Oehmichen schweißte Wagner den Ball zur Führung in den Winkel. Die hielt aber nur vier Minuten, weil Müller den Ball bei einer Rettungsaktion unglücklich an den Unterschenkel bekam und das Spielgerät über Schreiber ins eigne Tor lenkte. Nun spielte nur noch Heidenheim, Dynamo taumelte in die Niederlage, die Oualid Mhamdi (87.), Julian Niehues (90.) und Maximilian Breunig (90.+2) besiegelten. Sterners Treffer war nur noch Kosmetik.