Trotz jüngster Angleichung: Frauen in MV verdienen weniger
Dass Frauen statistisch weniger Geld verdienen als Männer, daran erinnert alljährlich ein symbolischer Tag. 2026 fällt er auf den kommenden Freitag. Das hängt mit der errechneten Lohnlücke zusammen.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern verdienen Frauen statistisch weniger Geld als Männer. Die Lücke fällt allerdings geringer aus als anderswo. (Symbolbild)Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
© Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
Frauen in Mecklenburg-Vorpommern verdienen laut einer Statistik im Durchschnitt vier Prozent brutto weniger pro Stunde als Männer. Damit ist der Lohnabstand 2025 binnen eines Jahres um drei Prozentpunkte geschrumpft, wie das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern mitteilte. Bundesweit ist diese Lohnlücke, auch Gender Pay Gap genannt, demnach deutlich größer. Bezogen auf ganz Deutschland verdienten Frauen 16 Prozent weniger als Männer - wie schon 2024.
Zusammen mit Brandenburg und Sachsen-Anhalt hat Mecklenburg-Vorpommern den Angaben nach deutschlandweit den niedrigsten Verdienstabstand. Den größten Gender Pay Gap gibt es demnach in Baden-Württemberg (20 Prozent). In Ostdeutschland ist der Unterschied deutlich kleiner als in Westdeutschland.
Mit Blick auf das Alter gab es der Mitteilung zufolge in MV den größten Verdienstunterschied bei den 60- bis 64-Jährigen. Frauen unter 30 Jahren verdienten hingegen durchschnittlich etwas mehr als ihre männlichen Altersgenossen in MV.
Lohnlücke variiert je nach Branche
Bei den Branchen war der Unterschied im Bereich freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen am größten (27 Prozent). Im Wirtschaftszweig Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzung verdienten Frauen hingegen im Schnitt vier Prozent mehr.
Die Auswertung stützt sich laut Statistischem Amt auf eine stichprobenartige Verdiensterhebung. Es handelt sich um den sogenannten unbereinigten Gender Pay Gap. Die unbereinigte Lohnlücke beschreibt den durchschnittlichen prozentualen Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern, ohne dass strukturelle Faktoren berücksichtigt werden.
Enthalten ist hier auch der Verdienstunterschied, der etwa auf die Ausübung unterschiedlich bezahlter Berufe, unterschiedliche Karriere-Level oder Qualifikationen von Frauen und Männern zurückzuführen ist, wie das Statistische Bundesamt erklärt. Im Gegensatz zum unbereinigten Wert berücksichtigt der bereinigte Gender Pay Gap vergleichbare Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien.
In Deutschland wird dieses Jahr am 27. Februar der Equal Pay Day (Tag der gleichen Bezahlung) begangen. Dieser Tag markiert symbolisch jenen Zeitraum, den Frauen in Deutschland über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten müssten, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt von Männern im Vorjahr zu kommen.