dpa

Trainer gesucht: Lustrinelli oben in Zinglers Telefonliste?

Union Berlin verabschiedet sich mit 4:0 in die Ferien. Für die Clubbosse des Bundesligisten ist die Arbeit damit nicht getan. Gesucht wird ein Trainer - der Wunschkandidat soll aus der Schweiz kommen.

17.05.2026

Union-Präsident Dirk Zingler dürfte in den kommenden Tagen oft am Telefon hängen.Soeren Stache/dpa

Union-Präsident Dirk Zingler dürfte in den kommenden Tagen oft am Telefon hängen.Soeren Stache/dpa

© Soeren Stache/dpa

Der Gedanke an Sommer, Sonne und Meer versetzte die Profis des 1. FC Union Berlin nach einem perfekten Saisonabschluss in Partystimmung. „Jetzt heißt es ab in den Urlaub. Ich brauche Strand“, sagte Offensivspieler Livan Burcu nach dem 4:0 gegen den FC Augsburg und gab den Startschuss in die Ferien. Eine für Union-Verhältnisse untypische Torgala mit Treffern von Andrej Ilic, András Schäfer und Woo-Yeong Jeong hatte Platz elf gesichert.

Bericht: Union will Schweizer Meistertrainer

Während viele Profis unbeschwert Richtung Süden abheben, wird es für die Vereinsführung um Präsident Dirk Zingler ernst. Gesucht wird ein Nachfolger für Bundesliga-Pionierin Marie-Louise Eta, die das Männerteam nach fünf Spielen verlässt und wie vorher geplant die Frauen-Auswahl übernimmt. 

Gewann mit Thun die Schweizer Meisterschaft: Mauro Lustrinell. (Archivbild)Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

Gewann mit Thun die Schweizer Meisterschaft: Mauro Lustrinell. (Archivbild)Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

© Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

In Meistertrainer Mauro Lustrinelli vom FC Thun soll der Wunschkandidat bereits gefunden sein. Das berichteten zumindest der Bezahlsender Sky und der „Kicker“. Demnach befinden sich die Berliner Clubbosse in weit fortgeschrittenen Gesprächen mit dem 50-Jährigen.

Lustrinelli schreibt Schweizer Fußball-Märchen

Lustrinelli hatte in der Schweiz gerade für ein Fußball-Märchen gesorgt und Aufsteiger Thun sensationell zum Titel geführt. Jetzt winkt dem kleinen Club sogar die Königsklasse. Lustrinelli besitzt noch einen Vertrag bis 2028. Mit Meistertrainern aus der Schweiz hat man in Köpenick bekanntermaßen beste Erfahrungen gemacht: Urs Fischer coachte von 2018 bis 2023 die erfolgreichste Ära der Club-Geschichte.

Ein Traumtor zum 3:0: András Schäfer sorgte gegen Augsburg für die Entscheidung. Soeren Stache/dpa

Ein Traumtor zum 3:0: András Schäfer sorgte gegen Augsburg für die Entscheidung. Soeren Stache/dpa

© Soeren Stache/dpa

Nach „Kicker“-Informationen hatte Union zuletzt ein konkretes Trainerprofil festgelegt: Demnach will der Verein einen Trainer, der fließend deutsch spricht, junge Spieler fördert und auf sie setzt sowie auf einen aktiven, mutigen Spielstil vertraut. Ein Experiment wie einst mit Nenad Bjelica soll sich nicht wiederholen.

Lustrinelli war Co-Trainer unter Urs Fischer

Lustrinelli, der 2013 in Thun als Co-Trainer unter Fischer arbeitete, würde in dieses Profil passen. Vor allem als Schweizer Jugendnationaltrainer bewies er früher ein Händchen für junge Spieler.

Zuvor war Christian Eichner als Unions Wunschkandidat gehandelt worden. Der 43-Jährige verlässt Zweitligist Karlsruher SC und würde ebenfalls die von Union festgelegten Kriterien erfüllen. Die Namen von Ex-Bremen-Coach Horst Steffen oder Andre Breitenreiter kursierten ebenfalls in den Medien. 

Wer prägt eine neue Ära?

Seit dem Ende von Fischers Zeit bei Union Ende 2023 ist der Neue der bereits sechste Trainer an der Seitenlinie der Eisernen. Baumgart hatte sich mit 464 Tagen noch am längsten im Amt gehalten. Die Engagements von Marco Grote, Bjelica, Bo Svensson und Eta waren dagegen jeweils nur kurze Episoden.

Sieben Punkte aus fünf Spielen: Die Bilanz von Trainerin Marie-Louise Eta.Soeren Stache/dpa

Sieben Punkte aus fünf Spielen: Die Bilanz von Trainerin Marie-Louise Eta.Soeren Stache/dpa

© Soeren Stache/dpa

Seit dem historischen Aufstieg in die Bundesliga im Jahr 2019 haben sich die Köpenicker dauerhaft im deutschen Fußball-Oberhaus etabliert. Mit Platz vier in der Saison 2022/23 und der erstmaligen Teilnahme an der Champions League feierte der Verein den größten Erfolg seiner Geschichte. Inzwischen gehört der Hauptstadt-Club wieder zu den Mannschaften, die über weite Strecken der Saison um den Klassenerhalt kämpfen. 

Ilic ruft Europa als Ziel raus

Diesmal hatte man den Klassenerhalt am 32. Spieltag gesichert. „Insgesamt kann man sagen, dass es eine solide Saison war. Wir waren nie im Abstiegsstrudel. Wir hatten immer unser Polster“, befand Torhüter Carl Klaus. Für Ilic ist das Ziel für die kommende Saison klar: „Wir können versuchen, Europa zu erreichen. Ich glaube, das Ziel ist nicht weit entfernt von uns“.