Tonnenschwere Dinosaurier-Lady zieht um
Seit einem guten Vierteljahrhundert steht ein über 5 Meter hoher und 15 Meter langer Dinosaurier aus Stahl und Beton in Bad Essen. Nun zieht er um - und bekommt eine neue Heimat.
Dino-Dame „eLise“ muss umziehen.David Ebener/dpa
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Sie wiegt 11,5 Tonnen, misst von Kopf bis Boden rund 5,5 Meter und von der Schwanzspitze bis zum Kopf etwa 15 Meter - und sie hat sich seit 26 Jahren nicht von der Stelle bewegt. Das hat sich am Sonntag geändert: Mit einem großen Kran wurde die aus Stahl und Beton bestehende Dinosaurier-Dame „eLise“ von ihrem bisherigen Standort im Bad Essener Ortsteil Barkhausen gehievt. Ein Schwertransporter brachte die lebensgroße Nachbildung eines Camarasaurus vom Osnabrücker Land nach Damme im niedersächsischen Landkreis Vechta.
Ziel ist Gelände einer Autowaschanlage
Dort wurde das Sauriermodell auf dem Gelände einer Autowaschanlage abgestellt, wo es in den nächsten Monaten bestaunt werden kann - möglicherweise sogar für bis zu zwei Jahre, wie Celina Telthörster vom Bauunternehmen Borgerding & Heese mitteilte.
Das endgültige Ziel von „eLise“ ist ein geplantes neues Wohnquartier in Vechta. Die Saurierdame solle aller Voraussicht nach einen Platz nahe der dort geplanten Kindertagesstätte finden, teilte das Bauunternehmen mit.
In Bad Essen-Barkhausen finden sich rund 150 Millionen Jahre alte Saurierspuren, die vor mehr als 100 Jahren in einem inzwischen stillgelegten Steinbruch gefunden wurden. Zu Lebzeiten der riesigen Lebewesen befand sich hier, im heutigen Wiehengebirge, eine Küstenlandschaft an einem tropischen Meer mit üppiger Vegetation. Dinosaurierherden zogen durch die Landschaft, ihre Fußspuren blieben erhalten.
Park will Modell austauschen
Um zu veranschaulichen, wie die zu den Fußspuren gehörenden Tiere aussahen, sei vor rund einem Vierteljahrhundert das Sauriermodell gebaut worden. „In der Zwischenzeit wurde weiter geforscht und es hat sich gezeigt, dass nicht der Camarasaurus - das aktuelle Modell -, sondern Europasaurier die Fährten hinterlassen haben“, erzählte Ricarda Hirschmeier, die stellvertretende Geschäftsführerin des Natur- und Geoparks Terra Vita.
Der Geopark möchte das Modell daher austauschen. Aber was passiert dann mit „eLise“? Nach einer spontanen Idee sei ein kurzes Video gedreht worden, in dem die Dinosaurier-Dame über Social Media angeboten wurde. „Dino in liebevolles Zuhause abzugeben!“ war der Anfang Juli auf Facebook veröffentlichte Clip überschrieben.
Der Camarasaurus sei eigentlich ein Herdentier, daher sei eine Herdenhaltung natürlich optimal, heißt es darin: „Wir können ihn uns aber auch in einer Einzelhaltung vorstellen oder als Zweitdino.“
Der Dino wird per Kran verladen.David Ebener/dpa
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Vieles unklar
„Wir hätten nicht erwartet, dass auch nur eine ernsthafte Anfrage kommt“, sagte Hirschmeier. Aber das Video sei viral gegangen, das Interesse enorm - bislang ist es mehr als 840.000 Mal aufgerufen worden.
Um die vielen Anfragen bewältigen zu können, sei sogar eine Dino-Taskforce gegründet worden. Erst bei dieser Gelegenheit hätten sich die Terra-Vita-Mitarbeiter mit der Geschichte des Dino-Modells beschäftigt und alte Akten und Fotos herausgekramt, erzählte Hirschmeier. „Dabei stellte sich heraus, dass der Dino vor Ort erbaut und noch nie transportiert wurde.“
Viele Details waren nicht klar und wurden erst bei den Vorbereitungen des Transports in den vergangenen Tagen ersichtlich. Ist der Innenraum von „eLise“ hohl? Steht sie auf einem Betonfundament? All das erfuhren die Transporteure erst beim Abbau.
Großes Interesse an Dino-Dame
Insgesamt 160 Mal stieß die Dino-Dame auf Interesse, nach Übersendung eines Faktenblatts und der Bewerbungskriterien blieben rund 20 ernsthafte Bewerbungen übrig. Diese seien von der Dino-Taskforce geprüft worden. Am Ende erhielten Borgerding & Heese den Zuschlag: Sie lassen den Dino auf eigene Kosten abholen, organisieren den Transport und möchten ihn in dem neuen CO2-neutralen Wohngebiet wieder aufstellen.
„Das Konzept hat uns besonders überzeugt, da es nicht nur unserem Wunsch nach weiter bestehender öffentlicher Zugänglichkeit entsprach, sondern zugleich auch seinen ursprünglichen Zweck - der Umweltbildung - behält“, sagt Hirschmeier.
„Der steht jetzt“
Nach dem Transport sagte Telthörster erleichtert: „Der steht jetzt.“ Alles habe gut geklappt, die Dino-Dame stehe an ihrem „Zwischen-Zuhause“. Wirkliche Komplikationen gab es unterwegs nicht, nur zu Beginn habe der Schwertransport Schwierigkeiten gehabt, das Gelände, das wegen des Regens der vergangenen Tage matschig war, zu verlassen. Auf einem Grünstreifen seien Stahlplatten untergelegt worden, sagte Telthörster. Und unterwegs hätten auch mal Telefonkabel hochgehoben werden müssen.
Nur zu Beginn der Fahrt wird es wegen des weichen Untergrunds schwierig.David Ebener/dpa
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Immer wieder waren ihren Worten zufolge Zuschauer an der Strecke, allein beim Start waren es rund 30. Am Ziel, auf dem Gelände der Waschanlage, kamen dann Eltern mit Kindern.
Ein Problem gab es: Geschätzt wurde der Dino auf ein Gewicht von sechs bis acht Tonnen. Aber: Es habe sich herausgestellt, dass die „Dino-Dame noch einmal schwerer war als gedacht“, sagte Telthörster. Schließlich ergab sich ein Gewicht von 11,5 Tonnen. Aber man hatte Glück: Der Transporter war für eine Last von 13 Tonnen ausgelegt. Und so ergaben sich unterwegs vermutlich landschaftlich reizvolle Bilder - als der Dino über die Brücke des Mittellandkanals fuhr.
Der tonnenschwere Dinosaurier aus Stahl und Beton bekommt ein neues Zuhause.David Ebener/dpa
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Der Transport verläuft reibungslos.David Ebener/dpa
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Gefahren wird die Dino-Dame von Bad Essen nach Damme, dort soll sie zunächst auf dem Gelände einer Autowaschanlage stehen.David Ebener/dpa
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