Prozessstart nach tödlichen Schüssen in Bremer Neustadt
Ein Mann stirbt nach Schüssen in der Bremer Neustadt. Jetzt beginnt dazu der Prozess. Gibt es einen Zusammenhang mit den anderen Schuss-Vorfällen im Stadtteil und anderswo in Bremen?
Der Prozess startete unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Sina Schuldt/dpa
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Nach mehreren Gewalttaten mit Schüssen in Bremen hat vor dem Landgericht unter hohen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess wegen der Tötung eines 32-Jährigen im März begonnen. Angeklagt sind drei Männer im Alter von 64, 37 und 36 Jahren wegen gemeinschaftlicher Tötung. Die Tat ereignete sich in der Kornstraße in der Bremer Neustadt. In den darauffolgenden Monaten waren in dem Stadtteil und anderswo in Bremen eine Reihe von Schüssen gefallen. Ein Gerichtssprecher sagte, die Anklage gehe von keinem Zusammenhang mit den anderen Taten aus.
Laut Staatsanwaltschaft geriet der 64 Jahre alte türkische Angeklagte in einem Café in Streit mit dem späteren Opfer. Hintergrund soll ein Konflikt zwischen einem Familienangehörigen und dem 32-Jährigen gewesen sein. Der 64-Jährige soll seinen 36-jährigen Sohn angerufen und gesagt haben: „Komm her, hier ist einer, mit dem ich Streit habe. Den müssen wir töten. Den machen wir kaputt.“
Der 37-Jährige soll geschossen haben, die anderen getreten
Daraufhin sei der Sohn zusammen mit dem 37-Jährigen erschienen. Auf der Straße sei der Streit weitergeführt worden. Es habe sich eine Rangelei entwickelt, bei der das Opfer zu Boden ging. Vater und Sohn sollen in Tötungsabsicht auf den Kopf und Körper des Mannes eingetreten haben. Der 37-jährige Türke soll mit einer Pistole drei Schüsse auf ihn abgegeben haben.
Bis in den Januar sind insgesamt 20 Verhandlungstermine angesetzt. Sina Schuldt/dpa
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Das Opfer starb noch am selben Abend in einem Krankenhaus. Zeugen der Auseinandersetzung sprachen damals der Polizei gegenüber von etwa zehn beteiligten Personen. Als die Einsatzkräfte am Tatort eintrafen, waren alle weg. Die Spurensicherung stellte Patronenhülsen einer scharfen Schusswaffe sicher. Gut drei Wochen nach der Tat nahm die Polizei zunächst die beiden jüngeren Männer fest.
Angeklagte äußern sich am ersten Prozesstag nicht
Da die Staatsanwaltschaft keine Mordmerkmale sehe, sei die Tat als Totschlag angeklagt, sagte ein Gerichtssprecher. Am ersten Prozesstag äußerten sich die drei Angeklagten nicht. Fünf Justizbeamte stellten sich vor den Tisch der Nebenkläger, zusätzlich befanden sich fünf Justizbeamte weitere im Gerichtssaal. Mutter, Bruder und Ehefrau des Getöteten sind Nebenkläger im Verfahren.
Der Bruder des Getöteten redete zu Beginn der Verhandlung lautstark in seiner Muttersprache über die Köpfe der Beamten hinweg zu den Angeklagten. „Die Familie erwartet eine vollständige Aufklärung des Falls“, sagte einer der Nebenklagevertreter nach der Verhandlung. Sie würden die Hintergründe der Tat nicht kennen.
Prozesstermine bis in den Januar geplant
Die Verhandlung wird am 13. Oktober fortgesetzt. Insgesamt hat das Landgericht bis Januar 2027 20 Verhandlungstermine angesetzt. Nach Angaben eines Sprechers ist ein umfangreiches Zeugenprogramm vorgesehen. Dabei solle auch geklärt werden, worum es bei dem mutmaßlichen Konflikt zwischen dem Opfer und dem Familienangehörigen des 64-jährigen Angeklagten ging.
Angeklagt sind ein Vater, einer seiner Söhne sowie ein weiterer Mann. Sina Schuldt/dpa
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Das Trio soll die Tat gemeinschaftlich begangen haben. Sina Schuldt/dpa
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