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Tödliche Raubüberfälle auf Rentner: Angeklagte schweigen

Ältere Menschen werden in ihren Wohnungen brutal gefesselt, geknebelt, geschlagen. Eine Frau in Sachsen-Anhalt und ein Senior in Berlin sterben. Nun begann ein dritter Prozess.

24.08.2026

In einem weiteren Prozess um eine brutale Raubserie stehen ein 25-Jähriger und eine 39-jährige Frau vor Gericht. (Foto Illustration)Jens Kalaene/dpa

In einem weiteren Prozess um eine brutale Raubserie stehen ein 25-Jähriger und eine 39-jährige Frau vor Gericht. (Foto Illustration)Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa

Ältere Menschen sind brutal überwältigt, gefesselt und geknebelt worden: Rund vier Jahre nach zwei Raubmorden in Sachsen-Anhalt und Berlin sowie weiteren Überfällen auf Senioren in deren Wohnungen hat ein dritter Prozess vor dem Landgericht Berlin begonnen. Angeklagt sind ein 25-Jähriger und eine 39-Jährige. Beide schwiegen zunächst zu den Vorwürfen. 

Dem Mann werden fünf Taten zwischen Juni und September 2022 zur Last gelegt. Er muss sich unter anderem wegen Mordes in zwei Fällen verantworten. Die Frau soll an einer Tat beteiligt gewesen sein, bei der zwei Opfer erheblich verletzt worden seien. In ihrem Fall lautet die Anklage auf schweren Raub und gefährliche Körperverletzung. 

Tödliche Folgen in Kauf genommen

Der 25-Jährige mit serbischer Staatsangehörigkeit soll als Mitglied einer Bande agiert haben. „Sie planten, betagte Mitbürger in deren Wohnungen zu überfallen, nachdem sie sich unter einem Vorwand wie Lieferant oder Stromablesung Zugang verschafft hatten“, heißt es in der Anklage. Die Täter hätten bewusst in Kauf genommen, dass die Opfer aufgrund von Stress und Atemproblemen infolge von Fesselung und Knebelung sterben könnten. 

Im August 2022 wurde eine 67-Jährige in ihrem Haus in Annaburg in
Sachsen-Anhalt überfallen und beraubt. Die Frau sei an den erlittenen Verletzungen noch vor Ort gestorben. Mehrere Täter sollen kurz darauf einen 83 Jahre alten Mann in dessen Wohnung in Berlin-Reinickendorf überfallen haben. Er soll entweder während des Überfalls oder an dessen Folgen gestorben sein. Bei weiteren Taten seien Menschen im Alter von 71 bis 87 Jahren überwältigt und beraubt worden. 

Im ersten Prozess um die Raubserie wurden vier Männer und die nun erneut angeklagte Frau verurteilt. Gegen zwei der Angeklagten erging lebenslange Haft wegen heimtückischen Mordes aus Habgier. Die 39-jährige Frau, eine siebenfache Mutter, erhielt wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung in einem Fall sechseinhalb Jahre Haft. Das erste Urteil ist rechtskräftig. Für den aktuellen Prozess sind bislang 25 weitere Verhandlungstage bis zum 11. Dezember geplant.