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Thüringer Wirtschaft hat Argentinien im Blick

Eine 55-köpfige Thüringer Wirtschaftsdelegation ist in Südamerika unterwegs, es geht um neue, sichere Märkte für hiesige Unternehmen. Welche Bereiche stehen im Fokus?

03.11.2026

Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) ist mit einer Wirtschaftsdelegation in Südamerika unterwegs. (Archivbild)Martin Schutt/dpa

Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) ist mit einer Wirtschaftsdelegation in Südamerika unterwegs. (Archivbild)Martin Schutt/dpa

© Martin Schutt/dpa

Thüringen und die argentinische Provinz Tucumán streben eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit an. Eine entsprechende Absichtserklärung haben Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) und Tucumáns Minister für Inneres und Justiz, Regino Amado, in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires unterzeichnet, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. Eine Thüringer Delegation mit 55 Vertretern aus Wirtschaft und Politik ist derzeit in Argentinien unterwegs, um angesichts der Exporteinbußen und eines schwächeren US-Geschäfts die Handelsbeziehungen mit Südamerika zu stärken.

Im Blickpunkt stehen dabei die Bereiche Maschinenbau, Elektronik, Umwelt- und Medizintechnik sowie die Lebensmittelindustrie. In der Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft gehe es unter anderem um den effizienten Einsatz von Energie und Wasser. Geplant ist laut Ministerium eine einjährige Pilotphase, in der konkrete gemeinsame Projekte auf den Weg gebracht werden sollen.

„Thüringen bringt leistungsfähige Unternehmen, moderne Technologien und eine starke Forschungslandschaft mit“, erklärte Boos-John. Tucumán verfüge über eine bedeutende Agrar- und Lebensmittelwirtschaft und industrielle Kompetenzen. „Daraus können gemeinsame Projekte entstehen, die beiden Seiten neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen.“ 

Freihandelsabkommen als Chance

Hintergrund ist das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen mit mehreren südamerikanischen Staaten, das einen schrittweisen Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen vorsieht. Zudem gibt es bereits Verbindungen zwischen Thüringen und der rund 1.000 Kilometer nordwestlich von Buenos Aires gelegenen Provinz Tucumán. Die Stadt San Miguel de Tucumán ist Partnerstadt von Erfurt. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena und die Fachhochschule Erfurt haben Verbindungen zu Hochschulen in Tucumán.