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Thüringen will beim Luft- und Raumfahrt-Boom mitmischen

Die Luft- und Raumfahrtindustrie gilt als Wachstumsbranche. An dem zu erwartenden Boom will auch der Freistaat teilhaben. Bei einem Branchentreffen setzt die zuständige Ministerin auf Kooperation.

01.10.2026

Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) sieht in der Luft- und Raumfahrt-Branche Chancen für Thüringer Unternehmen.Bodo Schackow/dpa

Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) sieht in der Luft- und Raumfahrt-Branche Chancen für Thüringer Unternehmen.Bodo Schackow/dpa

© Bodo Schackow/dpa

Thüringer Unternehmen können aus Sicht von Landeswirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) als Zulieferer der Luft- und Raumfahrtindustrie vom zu erwartenden Boom der Branche profitieren. „Wir müssen in Thüringen nicht das komplette Flugzeug oder den kompletten Satelliten bauen, den Anspruch haben wir nicht“, sagte Boos-John in Jena auf dem 1. Thüringer Luft- und Raumfahrttag. Es gebe aber zahlreiche Unternehmen im Land, die ihre Expertise zum Beispiel in der Elektronik und Optik oder bei der Beschichtung von Materialien in die Branche einbringen könnten. Das werde den oft kleineren Unternehmen aber nur gelingen, wenn sie miteinander kooperierten, sagte Boos-John. 

Nach Daten des Wirtschaftsministeriums arbeiten derzeit etwa 100 Thüringer Unternehmen oder Einrichtungen im Bereich Luft- und Raumfahrt. Etwa 11.000 Arbeitsplätze im Freistaat hängen ganz oder teilweise an diesem Wirtschaftssegment. Bei mehreren international wichtigen Raumfahrtmissionen ist bereits Thüringer Technik eingesetzt worden. So ist zum Beispiel beim Artemis-Mondprogramm der US-Raumfahrtbehörde Nasa Technik aus Jena verbaut worden. 

Grenzen überwinden 

Die Luft- und Raumfahrtindustrie gilt neben der Verteidigungsindustrie als eine der Branchen in Deutschland, die in den nächsten Jahren wachsen werden. Damit könnten zumindest manche Unternehmen, denen wegen der Krise der Automobilindustrie Aufträge weggebrochen sind, ihre Kapazitäten dort auslasten. 

Während des Luft- und Raumfahrttags betonten mehrere Vertreter der Branche, wichtig sei eine Kooperation verschiedener Unternehmen auch über die Grenzen Thüringens hinweg. „Die Grenzen, die bedeuten ja nichts, die Kompetenzen müssen vorne stehen“, sagte auch der Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen, Andreas Krey. „Gerade in der Luft- und Raumfahrt werden die Karten neu gemischt.“ Wo die zentralen, zukünftigen Standorte der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie liegen würden, werde derzeit neu festgelegt.