Theater Chemnitz lädt zu Konzert für Menschen mit Demenz ein
Mehr als 100.000 Menschen in Sachsen sind an Demenz erkrankt. Um ihnen trotz der Erkrankung den Konzertbesuch zu ermöglichen, setzt das Theater Chemnitz auf einen besonderen Rahmen.
Mit einer Streicherbesetzung spielt die Robert-Schumann-Philharmonie in Chemnitz für ein Sonderkonzert auf. (Symbolbild)Marcus Brandt/dpa
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Das Theater Chemnitz startet ein neues Konzertformat für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Unter dem Titel „Raum für Resonanz“ werden an diesem Freitag (20. März) bekannte Melodien wie Mozarts kleine Nachtmusik gespielt, ebenso Lieder wie „Alle Vögel sind schon da“. Dabei ist Mitsingen ausdrücklich erwünscht.
In Deutschland leben laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft mehr als 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, in Sachsen sind es etwa 104.000 im Alter von über 65 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter.
Musik gelte allgemein als ein „Königsweg“, um Zugang zu Menschen mit Demenz zu finden, erklärte die stellvertretende Geschäftsführerin der Alzheimer-Gesellschaft, Susanna Saxl-Reisen. Das Musik-Gedächtnis sei im Gehirn anders verortet als das allgemeine Langzeitgedächtnis. „Es bleibt auch bei einer Demenz deutlich länger erhalten.“
Zudem gehe es auch um gesellschaftliche Teilhabe. „Sich im öffentlichen Raum zu bewegen, einen Konzertsaal betreten und mit anderen Menschen gemeinsam die Musik zu erleben ist etwas, das mit einer Demenz nicht mehr selbstverständlich ist und ein Gefühl der Zugehörigkeit vermitteln kann.“
Das Sonderkonzert „Raum für Resonanz“ der Chemnitzer Robert-Schumann-Philharmonie richtet sich speziell an Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen (Symbolbild) Hendrik Schmidt/dpa
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