Terrorprozess: Prinz Reuß spricht über Waffen
Todesstrafe, vergessene Munition und ein geplatztes Treffen mit Putin: Was der Hauptangeklagte im Frankfurter Prozess zu seiner Verteidigung sagt.
Der Hauptangeklagte Heinrich XIII. Prinz Reuß hat vor Gericht seine Einlassung fortgesetzt. Boris Roessler/dpa Pool/dpa
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Der Hauptangeklagte Heinrich XIII. Prinz Reuß hat im Frankfurter Prozess um die mutmaßliche „Reichsbürger“-Gruppe über seinen Waffenbesitz gesprochen. Ihm habe ein Luftgewehr gehört, sagte er. Die bei ihm gefundene Munition sei zum Teil über 40 Jahre alt, für die Jagd bestimmt und stamme noch von seinem Vater. Er habe sie nach dessen Tod entsorgen wollen, dies aber vergessen.
Ausführlich äußerte sich der 74-Jährige auf Befragen seiner beiden Anwälte über eine Verschwiegenheitserklärung für die Mitglieder der mutmaßlichen Terrorgruppe, in der die Todesstrafe angedroht wurde. Er habe mit einer solchen Erklärung – in der mehrfach seine Initialen genannt werden – nichts zu tun und sei „in Schockstarre gefallen“, als er diese gesehen habe, sagte Reuß. Entworfen worden sei sie ohne Absprache mit ihm von den Anwälten der „Erdallianz“ – ein nicht existierendes, angeblich globales Militärbündnis.
Seit mehr als drei Jahren in Haft
Weiterhin sagte Reuß, er habe 2021 in St. Petersburg mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über das Thema Völkerrecht sprechen wollen. Er habe jedoch keinen Flug bekommen. Seit Dezember 2022 sitzt Reuß in Untersuchungshaft.
Die Bundesanwaltschaft wirft den neun in Frankfurt angeklagten Männern und Frauen vor, Mitglied einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein beziehungsweise diese unterstützt zu haben. Ziel sei es gewesen, die bestehende Staatsordnung gewaltsam unter der Inkaufnahme von Toten zu beseitigen und durch eine eigene, bereits in Grundzügen ausgearbeitete Staatsform zu ersetzen. Als Oberhaupt der neuen Staatsform habe der mutmaßliche Rädelsführer Reuß fungieren sollen. Bis zum Urteil gilt für die Beschuldigten die Unschuldsvermutung.
Reuß erklärte, er habe sich mit Putin treffen wollen. Boris Roessler/dpa Pool/dpa
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Die Vereinigung soll das Ziel gehabt haben, die bestehende staatliche Ordnung in Deutschland gewaltsam zu beseitigen.Boris Roessler/dpa Pool/dpa
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