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Teilhabe statt Medaillenjagd: „Besondere“ Special Olympics

Der Countdown läuft: In genau 104 Tagen werden im Saarland die Special Olympics Nationalen Spiele eröffnet. Und es geht um viel mehr als um sportliche Rekorde.

03.03.2026

Rund 100.000 Besucher werden im Juni zu den Special Olympics im Saarland erwartet. (Symbolbild)Laszlo Pinter/dpa

Rund 100.000 Besucher werden im Juni zu den Special Olympics im Saarland erwartet. (Symbolbild)Laszlo Pinter/dpa

© Laszlo Pinter/dpa

4.400 Athletinnen und Athleten, Wettbewerbe in 27 Sportarten an 22 Sportstätten, bis zu 100.000 Besucher und 10 Millionen investierte Euro für moderne und barrierefreie Sportstätten: Diese Zahlen präsentierte Innen- und Sportminister Reinhold Jost (SPD) rund 100 Tage vor dem Start der Special Olympics. Das Saarland wird vom 15. bis 20. Juni das erste Mal Gastgeberland für „das größte europäische Inklusionssportfest“ für Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung. 

„Das ist nicht irgendeine Sportveranstaltung, sondern es ist auch die Möglichkeit, Haltung zu zeigen“, sagte Jost. Und zwar zum Thema Inklusion und den Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen - „in einer Zeit, in der es wieder Menschen gibt, die glauben, andere aussortieren zu können, nur weil sie nicht in ihr verkorkstes Weltbild passen.“ Ganz bewusst habe man daher den Slogan „Dabeisein ist Saarland“ gewählt: „Wir wollen, dass alle Menschen dabei sind und wir sagen, dass Menschen mit Beeinträchtigung für uns ein Gewinn und eine Bereicherung sind.“ 

Aufgewertet werde das Ereignis durch ein Rahmenprogramm mit landesweiten Fackelläufen, einem Song-Contest, Veranstaltungen in jedem Landkreis oder auch dem Projekt „Gemeinsam jubeln“ mit 190 Schulklassen. Zu den insgesamt 2.500 Volunteers zählten 300 Freiwillige aus der Landesverwaltung. Er freue sich besonders, sagte Jost, überall eine „große Lust“ zu spüren, Teil dieser Bewegung zu werden. 

„Dabeisein ist Saarland“ lautet auch für Innen- und Sportminister Reinhold Jost (SPD) das Motto - nicht nur bei den Special Olympics vom 15. bis 20. Juni. (Archivbild)Laszlo Pinter/dpa

„Dabeisein ist Saarland“ lautet auch für Innen- und Sportminister Reinhold Jost (SPD) das Motto - nicht nur bei den Special Olympics vom 15. bis 20. Juni. (Archivbild)Laszlo Pinter/dpa

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Nach Einschätzung von Christiane Krajewski, Präsidentin von Special Olympics Deutschland, werden es „ganz besondere“ nationale Spiele sein: erstmals (mit dem französischen Forbach) grenzüberschreitend, erstmals sehr dezentral und erstmals auch mit zwölf internationalen Delegationen. Die Veranstaltung im Saarland zeige eindrucksvoll, was entstehe, wenn Politik, Kommunen und Zivilgesellschaft gemeinsam Verantwortung für Inklusion übernehmen. „Hier geht es nicht um Rekorde, sondern um Teilhabe, Begegnungen und um eine starke Gemeinschaft“, sagte sie. „Die Athleten wachsen über sich hinaus, feiern ihre persönlichen Bestleistungen und machen sichtbar, wie viel Kraft in Zusammenhalt und gegenseitiger Wertschätzung steckt.“

Athletensprecherin Hanna Hohe bestätigte: „Wir gewinnen zusammen und wir verlieren auch zusammen. Aber gemeinsam sind wir immer stark.“ Sie sei stolz auf die saarländische Delegation mit 235 Athleten und Unified Partnern, und die Nationalen Spiele im Saarland würden „größer und bunter als alle anderen Nationalen Spiele je zuvor“.