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Taxi-Protest für bessere Bezahlung von Krankenfahrten

Ab diesem Monat drohen Taxifahrten zur Arztpraxis oder ins Krankenhaus in MV wegzufallen. Grund dafür ist ein Streit über die Vergütung. Dutzende Taxifahrer protestierten am Morgen in Schwerin.

01.04.2026

Viele Krankenfahrten könnten ab April wegfallen. (Symbolbild)Frank Hammerschmidt/dpa

Viele Krankenfahrten könnten ab April wegfallen. (Symbolbild)Frank Hammerschmidt/dpa

© Frank Hammerschmidt/dpa

Im andauernden Streit um die Kosten von Krankenfahrten in Mecklenburg-Vorpommern haben Dutzende Taxifahrerinnen und Taxifahrer in Schwerin protestiert. 155 Fahrzeuge seien am Morgen durch die Stadt gefahren, wie eine Sprecherin der Polizei sagte. Der rund einen Kilometer lange Autokorso sei hupend an den Zentralen der Krankenkassen und am Schweriner Schloss vorbeigefahren.

Hintergrund des Protests ist der Streit zwischen den Kassen und dem Landesverband für das Taxi – und Mietwagengewerbe. Vergangene Woche war bekanntgeworden, dass die Verhandlungen über die Vergütung von Krankenfahrten mit dem Taxi nach monatelangen Gesprächen gescheitert waren. Am Dienstag lehnte der Taxiverband laut den Kassen ein erneutes Angebot ab.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) appellierte an die Verhandler, die Gespräche wieder aufzunehmen. „Viele Menschen bei uns im Land, darunter chronisch Kranke und stark Bewegungseingeschränkte, sind auf verlässliche Krankentransporte zur Arztpraxis oder das Krankenhaus angewiesen“, sagte sie.

Kassen steuern Fahrten um

Ende März war die aktuelle Regelung ausgelaufen. Ab April drohen viele Krankenfahrten daher wegzufallen. Laut den Kassen wurden viele geplante Fahrten umgesteuert, insbesondere für Patientinnen und Patienten, die zur Dialyse oder Chemotherapie mussten. Versicherte sollten sich bei Problemen mit genehmigten Fahrten an ihre Krankenkasse wenden. Taxiunternehmen könnten zunächst die zuletzt gültigen Preise abrechnen.

Der Taxiverband fordert nach eigenen Angaben eine bessere Vergütung für Krankenfahrten. Das Geschäft sei nicht mehr kostendeckend und führe zu einem Unternehmenssterben und Rückzügen aus dem Geschäft. Die Kassen argumentierten, dass sie mehrfach Angebote vorgelegt und den Taxiunternehmen einheitliche Einzelverträge vorgeschlagen hätten. Mehr als die Hälfte der Unternehmen habe dieses Angebot auch angenommen.