Tausende protestieren in Leipzig gegen Sozialkürzungen
Lautstarker Protest in Leipzig: Beim Aktionstag zeigten Tausende den Reformpläne der Bundesregierung die „rote Karte“.
Die zentrale Kundgebung des DGB-Aktionstages in Leipzig fand vor dem Bundesverwaltungsgericht statt.Hendrik Schmidt/dpa
© Hendrik Schmidt/dpa
Bei dem bundesweiten Aktionstag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) haben in Leipzig Tausende Menschen für sichere Jobs und einen starken Sozialstaat protestiert. Unter dem Motto „Rote Karte dem Kahlschlag - Hände weg vom Sozialstaat!“ zogen zwei Demonstrationen durch das Stadtzentrum zur zentralen Kundgebung auf dem Simsonplatz vor der Kulisse des Bundesverwaltungsgerichts.
DGB-Vizevorsitzende: Reformpläne respektlos
„Mit Sozialreformen auf Kosten der Beschäftigten und Einschränkungen von Arbeitnehmerrechten lassen sich die wirtschaftlichen Probleme unseres Landes nicht lösen“, sagte die stellvertretende DGB-Bundesvorsitzende Elke Hannack als Hauptrednerin der Kundgebung laut einer Mitteilung.
Der Bundesregierung warf sie eine respektlose Politik „gegenüber den Menschen, die dieses Land jeden Tag am Laufen halten“ vor. Stattdessen müssten jahrelang verschleppte Investitionen, die marode Infrastruktur, die schleppende Digitalisierung, die hohen Energiepreise und Zukunftstechnologien in den Fokus rücken.
„Keine Kürzungsorgien“
„Die Beschäftigten lassen sich ihrer hart erkämpften Rechte und Ansprüche nicht berauben“, ergänzte die sächsische DGB-Vorsitzende Daniela Kolbe. In Sachsen würden viele Beschäftigte, etwa bei Volkswagen und dem Impfstoffhersteller GSK, um ihre Arbeitsplätze fürchten. „Wir fordern echte Reformen, die unsere Wirtschaft und unseren Sozialstaat gerecht gestalten und keine Kürzungsorgien zu Lasten der Beschäftigten.“
Der DGB hatte zu einem bundesweiten Aktionstag gegen die geplanten Sozialkürzungen der Bundesregierung aufgerufen. Unter dem Motto „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ gab es Demonstrationen in 15 Großstädten.