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Tausende demonstrieren gegen Gewalt an Frauen: „Es reicht!“

Solidarität und Wut beherrschen in Frankfurt eine Demonstration gegen Sexismus und strukturelle Gewalt an Frauen. Warum so viele Menschen nicht mehr schweigen wollen und was sie konkret verlangen.

30.03.2026

 Unter dem Motto „Es reicht!“ haben am Montag in Frankfurt mehrere tausend Menschen gegen Sexismus und strukturelle Gewalt gegen Frauen demonstriert.Hannes P. Albert/dpa

Unter dem Motto „Es reicht!“ haben am Montag in Frankfurt mehrere tausend Menschen gegen Sexismus und strukturelle Gewalt gegen Frauen demonstriert.Hannes P. Albert/dpa

© Hannes P. Albert/dpa

Unter dem Motto „Es reicht!“ haben am Montag in Frankfurt mehrere tausend Menschen gegen Sexismus und strukturelle Gewalt an Frauen demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich rund 7.000 Menschen an der Kundgebung, die am Römerberg begann. Zwischenzeitlich hatten sie von 8.000 Menschen gesprochen, dies aber später nach unten korrigiert. Die Polizei sprach gegen 20 Uhr von 2.400 Menschen in der Spitze. Anschließend zogen diese über den Willy-Brandt-Platz zum Opernplatz. 

Initiiert wurde die Demonstration vom Kollektiv „Vulver“, dem sich nach Angaben der Mitorganisatorin Anna Blendinger ein breites Bündnis aus mehr als 16 zivilgesellschaftlichen Initiativen angeschlossen habe.

Teilnehmende der Demonstration in Frankfurt nannten Wut, Solidarität und Verantwortungsbewusstsein als Gründe für ihre Teilnahme.Hannes P. Albert/dpa

Teilnehmende der Demonstration in Frankfurt nannten Wut, Solidarität und Verantwortungsbewusstsein als Gründe für ihre Teilnahme.Hannes P. Albert/dpa

© Hannes P. Albert/dpa

Auf der Bühne hieß es: „Wir sind laut, wir sind viele, es ist Zeit, sich zu verbünden.“ Demonstrierende nannten Wut, Solidarität und Verantwortungsbewusstsein als Gründe für ihre Teilnahme. „Weil ich wütend bin und mich solidarisieren möchte und connecten möchte“, sagte Anna Finkeldey, Teilnehmerin der Demonstration. 

Demonstrationen auch in anderen Städten

Auch viele Männer nahmen teil. Jacob Caroli, einer der Teilnehmer, betonte: „Ich glaube, für mich als Mann – man muss halt dann auch was ändern und zeigen, dass man aktiv ist, weil es sehr einfach ist, wegzuschauen.“

Zwei Demonstrantinnen, die nur ihre Vornamen nannten, äußerten konkrete Forderungen. „Gesetze in Kraft setzen, die Frauen schützen vor jeglicher Form von Gewalt“, sagte Corinna. Cara ergänzte: „Und nur Ja heißt Ja statt nur Nein heißt Nein.“ „Ja ist Ja“ bedeutet, dass in sexuelle Handlungen ausdrücklich eingewilligt werden müsste und dies im Strafrecht festgeschrieben werden soll.

Auch viele Männer nahmen an der Demonstration in Frankfurt teil.Hannes P. Albert/dpa

Auch viele Männer nahmen an der Demonstration in Frankfurt teil.Hannes P. Albert/dpa

© Hannes P. Albert/dpa

Hintergrund der aktuellen Debatte über digitale Gewalt sind schwere Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der „Spiegel“ berichtet hatte. Sie wirft ihm vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte an, gegen die „initiale Berichterstattung“ des „Spiegels“ gerichtliche Schritte einzuleiten.

Zuletzt hatte es in mehreren Städten Demonstrationen gegen digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen gegeben, unter anderem in Hamburg, wo Fernandes selbst auftrat.