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Über 20.000 Menschen bei Mai-Demos in Hamburg

Die Forderungen bei den Mai-Demos in Hamburg gehen auseinander: Neben fairen Löhnen geht es auch um die Enteignung von Superreichen. Bei gutem Wetter gehen Tausende auf die Straßen.

01.05.2026

Den größten Zulauf hatte das Bündnis „Wer hat, der gibt“.Markus Scholz/dpa

Den größten Zulauf hatte das Bündnis „Wer hat, der gibt“.Markus Scholz/dpa

© Markus Scholz/dpa

Rund 21.000 Menschen sind in Hamburg am 1. Mai bei verschiedenen Demonstrationen auf die Straße gegangen. Neben den jährlichen Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), an denen sich nach Polizeiangaben mehr als 10.000 Menschen beteiligt haben, gab es drei Demonstrationen aus dem linken und linksextremen Spektrum. Hier wurde die Teilnehmerzahl auf insgesamt 11.000 geschätzt. 

An der DGB-Demonstration, die von Ottensen zum Fischmarkt führte, beteiligte sich neben Hamburgs DGB-Chefin Tanja Chawla auch Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Demonstrationen laut Polizei weitgehend friedlich

Sowohl die Gewerkschafts-Kundgebung als auch die Demonstrationen der linken und linksextremen Bündnisse hatten mehr Zulauf als im vergangenen Jahr. Bis auf das vereinzelte Abbrennen von Feuerwerkskörpern verliefen die Kundgebungen nach Polizeiangaben weitgehend friedlich. 

Bürgermeister Peter Tschentscher läuft neben Hamburgs DGB-Chefin Tanja Chawla bei der Mai-Demo mit.Markus Scholz/dpa

Bürgermeister Peter Tschentscher läuft neben Hamburgs DGB-Chefin Tanja Chawla bei der Mai-Demo mit.Markus Scholz/dpa

© Markus Scholz/dpa

Allein an der Demonstration des Umverteilungsbündnisses „Wer hat, der gibt“ beteiligten sich nach Schätzungen etwa 6.000 Menschen. Zur sogenannten „Revolutionären 1. Mai-Demo“ des vom Verfassungsschutz als gewaltorientiert eingestuften Roten Aufbaus versammelten sich am Bahnhof Altona ebenfalls mehrere Tausend Menschen. Mit dem anarchistischen „schwarz-roten 1. Mai“ gingen in St. Pauli etwa 1.000 Menschen auf die Straße.

Das Bündnis „Wer hat, der gibt“ zog unter dem Motto „Das Geld ist da! Ran an die Superreichen!“ vom Jungfernstieg in der Innenstadt über Rotherbaum nach Eppendorf. Die Organisatoren warfen der schwarz-roten Bundesregierung vor, Politik nur für Reiche zu machen. „Sie verlangen immer mehr von uns – unserer Zeit, unserer Arbeit – und wir bekommen dafür immer weniger“, hieß es.

Linken-Vorsitzender bei antikapitalistischer Demo

Es dürfte gar keine Milliardäre geben, sagte der Linken-Co-Vorsitzende Jan van Aken bei der Auftaktkundgebung. „Sie haben sich das nicht verdient.“ Er forderte, große Vermögen stärker zu besteuern.

Demonstranten verfolgen ein Konzert vom Dach eines Geschäftshauses.Martin Fischer/dpa-Zentralbild/dpa

Demonstranten verfolgen ein Konzert vom Dach eines Geschäftshauses.Martin Fischer/dpa-Zentralbild/dpa

© Martin Fischer/dpa-Zentralbild/dpa

Der Rote Aufbau hatte nach einem Auftakt-Konzert am Altonaer Bahnhof eine Demonstration durch Ottensen geplant. Das Motto: „Krieg und Krise haben System! Als Klasse vereint: Sozialismus erkämpfen!“ Während des Konzerts versammelten sich auf dem Dach eines Geschäftshauses in der Großen Bergstraße Dutzende Demonstranten.

Die Demo des „schwarz-roten 1. Mai“ stand unter dem Motto „Anarchismus wagen – Dystopien bekämpfen“. Der Demonstrationszug sollte von St. Pauli durch Altona bis nach Ottensen ziehen.

Polizei mit weniger Kräften im Einsatz

Die Polizei begleitete die Demonstrationen mit starken Kräften. „Auch wenn wir einzelne Störungen nicht ausschließen können, erwarten wir, dass die weit überwiegende Mehrheit erneut friedlich demonstriert“, hatte ein Sprecher schon im Vorfeld gesagt. Die positiven Erfahrungen der vergangenen Jahre seien in die Einsatzplanung eingeflossen – „wir gehen davon aus, dass wir diesmal mit weniger Einsatzkräften auskommen werden“.

Im vergangenen Jahr war die Polizei am 1. Mai mit knapp 1.800 Beamtinnen und Beamten im Einsatz gewesen.