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Taskforce sucht nach Lösungen für marodes TU-Gebäude

Baumängel legen das TU-Hauptgebäude lahm. Welche Lösungen eine Taskforce prüft - und warum Bausenator Gaebler die Technische Universität kritisiert.

12.05.2026

An der TU Berlin haben bauliche Mängel im Hauptgebäude dramatische Folgen. (Archivbild)   Annette Riedl/dpa

An der TU Berlin haben bauliche Mängel im Hauptgebäude dramatische Folgen. (Archivbild) Annette Riedl/dpa

© Annette Riedl/dpa

Nach der vorläufigen Schließung des Hauptgebäudes der Technischen Universität Berlin (TU) wegen Baumängeln sucht eine Taskforce nach Lösungen. „Wir sind auf jeden Fall jetzt dabei, das aktuelle Problem zu lösen“, sagte Bausenator Christian Gaebler (SPD). 

Die Taskforce tagte jetzt erstmals, sie besteht nach Gaeblers Angaben aus verschiedenen Beteiligten, darunter von der TU, vom Bezirk, auch Fachleute der Senatsverwaltungen für Wissenschaft und für Bau sind involviert. Ziel sei es, sehr schnell einen Maßnahmenplan aufzustellen, in welchen Schritten eine Ganzöffnung oder eine Teilöffnung des Gebäudes mit welchen Mitteln ermöglicht werden könne.

Präsidentin Deniz: Möglicherweise Zelte für den Uni-Betrieb

Zu den konkreten Mängeln sagte die Präsidentin der Hochschule, Fatma Deniz, in der RBB-Sendung „Abendschau“, die Probleme seien bei Brandschutz-Sicherheitsbegehungen im Keller festgestellt worden. „Zum Beispiel die Brandschutztüren sind nicht intakt oder auch die elektrische Versorgung zu der Sicherheitsbeleuchtung ist mangelhaft und auch die Löschwassereinspeisung hat Mängel.“

Neben digitalen Veranstaltungen gebe es auch Überlegungen, Zelte für die Studierenden aufzustellen, sagte Deniz. Dafür würden auch Sponsoren gesucht, denn die Kosten seien hoch. 

Entlastung durch neues Gebäude? 

Nach den Worten Gaeblers wird Anfang Juni ein neues Forschungsgebäude der TU übergeben. „Das heißt, da gibt es dann eventuell auch schon eine Entlastung, dass das vorübergehend erstmal mitgenutzt werden kann.“ Geklärt werden müsse aber auch, wie mittelfristige Sanierungsmaßnahmen am Hauptgebäude möglichst schnell auf den Weg gebracht werden könnten. 

Bausenator Christian Gaebler (SPD) hält den Sanierungstau an der TU Berlin ein stückweit für hausgemacht. (Archivbild)Sebastian Gollnow/dpa

Bausenator Christian Gaebler (SPD) hält den Sanierungstau an der TU Berlin ein stückweit für hausgemacht. (Archivbild)Sebastian Gollnow/dpa

© Sebastian Gollnow/dpa

Kritik an TU

Gaebler kritisierte in dem Zusammenhang die TU: „Wir sehen, dass dort Sanierungen aufgeschoben worden sind“, sagte er. Ziel der Hochschule sei es gewesen, Geld für einen kompletten Neubau oder eine allumfassende Grundsanierung anzusparen. 

Ein solches Vorgehen könne auf den ersten Blick womöglich nachhaltiger erscheinen, so Gaebler. „Wie man jetzt aktuell sieht, ist es das aber nicht. Dass man zwischendurch auch mal Teilsanierungen machen muss, um eben Havarien zu vermeiden oder auch wie jetzt eine Sperrung durch die Bauaufsicht, das hätte eigentlich auch in der TU-Bauabteilung präsent sein müssen. Und das war es halt an der Stelle nicht.“

Hauptgebäude gesperrt 

Am Freitag war bekanntgeworden, dass die TU ab Samstag ihr Hauptgebäude wegen baulicher Mängel schließen musste. Das historische Gebäude entspreche nicht mehr den heutigen Brandschutzanforderungen, so die Hochschulleitung, die den Sanierungsbedarf an der TU insgesamt auf 2,4 Milliarden Euro bezifferte.