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Tarifverhandlungen für Ost-Chemie beginnen in Leuna

Die Tarifverhandlungen für die Ost-Chemie fallen in schwierige Zeiten. Was die Gewerkschaft für die Beschäftigten erreichen will.

14.01.2026

In der Ost-Chemie beginnen die Tarifverhandlungen. (Archivbild)Jan Woitas/dpa

In der Ost-Chemie beginnen die Tarifverhandlungen. (Archivbild)Jan Woitas/dpa

© Jan Woitas/dpa

Für die Beschäftigten der kriselnden Ost-Chemie beginnen am 20. Januar in Leuna die Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft IG BCE will für rund 48.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter dem Motto „Jeder Job zählt. Jeder Euro zählt.“ verhandeln. Dass die Lage in der chemischen Industrie in der Region teils schwierig sei, dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden, teilte Verhandlungsführerin Stephanie Albrecht-Suliak mit.

„Die Forderung der Arbeitgeberseite nach einer „tarifpolitischen Atempause“ werden wir auf keinen Fall akzeptieren. Wir werden um jeden Job und um jeden Euro kämpfen“, kündigte die Gewerkschaft an. Neben einer Erhöhung der Einkommen sollen tarifliche Instrumente zur Beschäftigungssicherung entwickelt werden. Zudem solle eine Ausbildungsinitiative gestartet werden. 

Anlagen-Schließungen und Insolvenzen 

Die Ost-Chemie leidet unter hohen Energiepreisen und schwacher Auslastung. Zuletzt häuften sich schlechte Nachrichten. Unter anderem hatte der US-Konzern Dow Chemical vor einigen Monaten bekanntgegeben, dass ein Teil seiner Anlagen in Schkopau (Sachsen-Anhalt) und Böhlen (Sachsen) Ende 2027 geschlossen werden soll. 

Ende 2025 meldete zudem das belgische Chemieunternehmen Domo Chemicals für drei deutsche Tochterfirmen Insolvenz an. Der Betrieb an den Standorten in Sachsen-Anhalt und Brandenburg soll eingestellt werden.