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Tarifstreit: Warnstreiks an Unikliniken

An den Unikliniken in Greifswald und Rostock laufen wieder Warnstreiks. Die Aktionen beschäftigen auch zwei Arbeitsgerichte. Hintergrund ist der Tarifstreit im öffentlichen Dienst der Länder.

03.02.2026

Warnstreiks an der Universitätsmedizin in Greifswald und Rostock sollen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Stefan Sauer/dpa

Warnstreiks an der Universitätsmedizin in Greifswald und Rostock sollen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

Teilbereiche der Universitätskliniken in Greifswald und Rostock sind vor dem Hintergrund der Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst erneut bestreikt worden. In Greifswald seien die Psychiatrie und die OP-Pflege betroffen. Etwa 30 Mitarbeiter beteiligten sich an den Warnstreiks, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. 

In Rostock seien schätzungsweise 100 Beschäftigte im Warnstreik. Dort habe das Auswirkungen auf die OP-Anästhesie, die Physiotherapie und den Versorgungsbereich, zu dem unter anderem der Sterilisationsdienst, Kurierdienste und die Lagerhaltung zählten. 

In Rostock stand der Warnstreik zunächst unter Vorbehalt, denn das Arbeitsgericht befasste sich am Vormittag mit einem Antrag der Universitätsmedizin Rostock auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Warnstreiks, die sich bis Freitag hinziehen sollten. Beide Seiten verständigten sich auf eine Aussetzung des Streiks am Mittwoch, wie Unimedizin und Verdi übereinstimmend mitteilten. 

Einigung, aber weitere Warnstreiks in dieser Woche 

Damit könnten an diesem Tag Patientinnen und Patienten wie gewohnt versorgt werden – auch diejenigen, deren Behandlungen aufgrund des Streiks am Dienstag verschoben werden mussten. Notfallpatientinnen und -patienten würden während des Streiks weiterhin ohne Einschränkungen behandelt.

„Diese Nachricht werden unsere Patientinnen und Patienten sicherlich mit großer Erleichterung aufnehmen. Denn mit diesem Verhandlungsergebnis können die Folgen der Streiks deutlich abgemildert werden“, sagte Unimedizin-Sprecher Stefan Menzel. Verdi-Gewerkschaftssekretär Friedrich Gottschewski betonte allerdings, die Warnstreiks in Rostock sollten dann am Donnerstag und Freitag wie geplant stattfinden. 

Tarifrunde geht am 11. Februar weiter

In Stralsund hatte sich das Arbeitsgericht mit dem Antrag der Unimedizin Greifswald auf Erlass einer einstweiligen Verfügung beschäftigt, das Gericht wies den Antrag aber teilweise zurück. In Greifswald sollen die Warnstreiks laut Verdi am Mittwoch fortgesetzt werden. Über Donnerstag und Freitag soll das Gericht dann am Mittwoch noch entscheiden. 

Nach Angaben der Unimedizin in Greifswald sieht eine Notvereinbarung vor, dass von den 17 OP-Sälen mindestens 5 betrieben werden. Beim letzten Warnstreik ging die Zahl der betriebenen OP-Säle auf 7 runter. Als Ergebnis mussten auch in Greifswald Eingriffe verschoben werden.

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder gehen 11. Februar in die dritte Runde. Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich zusätzlich, um untere Lohngruppen zu stärken. Das lehnen die Arbeitergeber ab.