TU Chemnitz entwickelt neue App für Tierstimm-Erkennung
Kein Pfeifen und Grunzen im Wald soll künftig noch rätselhaft sein. Eine neue App zum Erkennen von Tierlauten funktioniert mit KI und ohne Internetverbindung.
Vogelstimmen wie die von Stieglitzen hier auf dem Bild und andere Tierlaute können mit einer App auf dem Handy jetzt auch ohne Internetverbindung identifiziert werden. (Archvibild) Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/ZB
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Die Technische Universität Chemnitz hat mit Kollegen der Uni Würzburg und der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald eine App entwickelt, mit der Tierstimmen direkt auf dem Handy bestimmt werden können - ohne Internetverbindung. Die App Birdnet live kann derzeit 8.927 Vogelstimmen und zudem die Laute von 268 Säugetieren, 254 Insekten und 340 Amphibien identifizieren - in Echtzeit und komplett offline, teilten die Entwickler mit.
Die meisten Apps zu Tierstimmen brauchen Internetverbindung
Bisherige Apps zur Erkennung von Tierstimmen stießen in der Praxis häufig an ihre Grenzen. Denn ohne stabile Internetverbindung war eine Echtzeitbestimmung im Wald oder im Hochgebirge unmöglich. Die neue App löst das Problem durch Technik. Die zugrundeliegenden KI-Modelle seien so weit optimiert, verkleinert und beschleunigt worden, dass sie sich nun direkt auf dem Smartphone ausführen ließen.
Tierarten werden in 25 Sprachen ausgewiesen
Birdnet live erkenne fast 10.000 Tierarten akustisch und damit so viele wie sonst keine andere App, betonte Chefentwickler Stefan Kahl von der Medieninformatik der TU Chemnitz. Aktuell laufen die Bedienelemente der App in sieben Sprachen. Die Namen der nachgewiesenen Tierarten werden in 25 Sprachen übersetzt.
Nach Angaben der Universität richtet sich die App in erster Linie an Fachleute im Naturschutz, Forscher, Studierende sowie ambitionierte Bürgerforscher und Hobby-Ornithologen. Die App erfasse Tierlaute automatisch mit präzisen Orts- und Zeitangaben und speichere sie lokal auf dem Smartphone. Die Aufnahmen ließen sich im Nachgang überprüfen, exportieren oder zur Validierung mit anderen Experten teilen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat das Entwicklungsteam gefördert.