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Swingerparty im Rathaus? Stadt braucht offiziellen Antrag

Stadtrat Ferrat nimmt Bürgernähe sehr wörtlich und plant eine Swingerparty im Rathaus Mannheim. Die Stadt lehnt vorerst ab. Sie braucht Details und einen offiziellen Antrag - wird Ferrat liefern?

21.08.2026

Gruppensex ist „Nonplusultra an Bürgernähe“. (Archivbild)Uwe Anspach/dpa

Gruppensex ist „Nonplusultra an Bürgernähe“. (Archivbild)Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Die Stadt Mannheim geht davon aus, dass die von Stadtrat Julien Ferrat angekündigte Swingerparty, die er im Rathaus abhalten möchte, so nicht stattfinden kann. Der Stadtrat habe trotz entsprechender Aufforderung „keine der gewünschten konkreten Informationen gegeben - weder ein Datum noch einen Raum oder den Bezug der angedachten Veranstaltung zu seinem kommunalpolitischen Mandat“, so eine Sprecherin. Diese Informationen seien aber nötig, um einen solchen Wunsch überhaupt ernsthaft zu prüfen. 

Gruppensex mit Stadtrat als „Nonplusultra an Bürgernähe“ 

Ferrat habe zudem den dafür notwendigen offiziellen Antrag auf Durchführung der Veranstaltung im Rathaus noch gar nicht gestellt. Erst dann aber könne überhaupt darüber entschieden werden, sagte die Stadtsprecherin. 

Der Stadtrat (Die Mannheimer) begründete dies auf Anfrage damit, dass auch ihm noch Details fehlten: Etwa, wie viele Menschen tatsächlich zu einem solchen Event kommen würden und wann genau die Party gefeiert werden solle. Sobald er da einen genaueren Überblick habe - auch über die Größe des Raumes, den er benötige - werde er die nächsten Schritte einleiten. 

Insgesamt hätten bisher rund 50 Personen Interesse bekundet - die, die er noch nicht kenne, werde er zum Gruppensex-Training einladen. „Gruppensex mit dem Stadtrat dürfte das Nonplusultra an Bürgernähe sein“, so der Stadtrat.

Kontakte zwischen Stadt und Ferrat gibt es, seit er Anfang August seine Pläne in den Medien verkündete und einen Aufruf für das Swingertreffen im Rathaus im Amtsblatt veröffentlichen wollte. Letzteres hatte die Stadt abgeschmettert. Mit dem Aufruf könnten für die Leser eventuell irreführende Informationen verbreitet werden, hatte es geheißen. Auch eine von Ferrat dann überarbeitete zweite Version des Aufrufs wurde nicht zur Veröffentlichung angenommen. Die Begründung ‚Irreführung‘ sei in Bezug auf die überarbeitete Version „völlig an den Haaren herbeigezogen“, sagte Ferrat.

 Wenn nicht im Rathaus, dann privat

Die Party soll nach Worten des Kommunalpolitikers unter dem Motto „Ein FKK-Swinger-Paradies für Mannheim“ stehen. Das Rathaus sei zentral gelegen und somit für Swingerpartys perfekt geeignet. „Es gibt keine Hausordnung oder kommunale Satzung, die Swingerpartys im Rathaus explizit verbietet“, hatte Ferrat geltend gemacht. 

Außerdem würde ein FKK-Swinger-Paradies in Mannheim jährlich Millionen in die Stadtkasse spülen - seine Pläne stünden also in Zusammenhang mit seinem kommunalpolitischen Mandat. Sollte er mit seinem ungewöhnlichen Ansinnen scheitern, werde er zum einen den Rechtsweg beschreiten und zum anderen die Swingerparty privat organisieren.

Schon im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat für Aufsehen gesorgt, als er eine Anzeige im Amtsblatt veröffentlicht und dabei zu einer „Politischen Bildungsfahrt nach Cap d’Agde“ in Frankreich aufgerufen hatte. Zu Cap d’Agde an der französischen Mittelmeerküste gehört die FKK-Anlage Village Naturiste. Dort hatte Ferrat dann mit seiner Reisegruppe von knapp 30 Teilnehmern im August 2025 einige Tage verbracht.