„Supaman“ räumt mit Klischees über Native Americans auf
Der indigene Rapper „Supaman“ hat Schülern in Radebeul die Kultur der Apsáalooke nähergebracht. Für seine Musik hat der 48-Jährige bereits einen MTV Music Award erhalten.
In traditioneller Kleidung demonstrierte „Supaman“ vor Schülern einer siebten Klasse in Radebeul einen „Fancy War Dance“ - eine moderne Adaption traditioneller indigener Stammestänze. Robert Michael/dpa
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Schüler einer siebten Klasse am Radebeuler Lößnitzgymnasium haben den indigenen Rapper und Künstler „Supaman“ getroffen. Mit Federn und Schmuck sowie in traditioneller, farbenfroher Kleidung und Mokassins war er vor Ort, um den Kindern und Jugendlichen die Kultur der Apsáalooke näherzubringen und mit Klischees aufzuräumen.
„Ich laufe nicht immer so herum. Ich kleide mich normal. Ich habe einen Job. Ich wohne in einem Haus in einem kleinen Ort mit 2.000 Einwohnern“, erklärt „Supaman“, der den bürgerlichen Namen Christian Parrish Takes the Gun trägt.
Bekannt geworden mit Musik und „Fancy War Dance“
Er ist amerikanischer Ureinwohner und einer von heute noch rund 14.000 Angehörigen des im US-Bundesstaat Montana beheimateten Apsáalooke-Stammes. Bekannt geworden ist er mit seiner Hip-Hop-Musik, die Themen, Melodien und Instrumente seiner Kultur in ein zeitgenössisches Gewand packt. Zugleich ist er „Fancy War Dancer“.
Bei Tanzwettbewerben im Rahmen sogenannter „Powwows“, kulturellen Treffen indigener Stämme, performt er dabei Choreographien zu traditioneller Stammesmusik. Entgegen üblicher, traditioneller Riten bedienten sich die Teilnehmer dabei frei aus Tänzen aller mehr als 600 indigener Stämme der USA, erklärt er.
„Nur aus alten Filmen“
„Viele Leute kennen uns nur aus alten Filmen, wo wir Büffel jagen, in Tipis leben und ständig kämpfen“, sagt er. „Das ist die alte, stereotype Geschichte. Viele denken, Native Americans seien immer noch so – aber wir sind heute genau wie ihr.“ Die Siebtklässler nutzten die Gelegenheit, um den 48-Jährigen über Jagd, Kriegsgeschichte, Sprache und den Alltag in den Reservaten amerikanischer Ureinwohner auszufragen.
Parrish erzählte, wie er mit einem Musikvideo gemeinsam mit dem Rapper „Taboo“ von der mehrfach Grammy-prämierten Hip-Hop-Gruppe „Black Eyed Peas“ 2017 einen der begehrten „MTV Video Music Awards“ gewann und dabei in seiner Stammessprache rappte. Mit seinen Workshops reist er um die ganze Welt, war bereits an Schulen in Taiwan, Frankreich und Schweden zu Gast. Am Wochenende steht er bei den 33. Karl-May-Festtagen in Radebeul mit seiner Musik auf der Bühne.
„Supaman“ will zeigen, wie vielfältig das Leben amerikanischer Ureinwohner ist. Robert Michael/dpa
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Sämtliche Instrumente, die in der Musik von „Supaman“ zu hören sind, spielt der 48-Jährige selbst. Robert Michael/dpa
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Der amerikanische Ureinwohner, auch bekannt als Hip-Hop Sänger „Supaman“, gibt Schülern vor den Karl-May-Festtagen Einblicke in das Leben und die Kultur der Apsáalooke.Robert Michael/dpa
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