dpa

Studie untersucht Erfahrungen mit K.-o.-Tropfen in Bremen

Studentinnen der Uni Bremen wollen untersuchen, warum viele Betroffene nach der unfreiwilligen Einnahme von K.-o.-Tropfen keine Hilfsangebote nutzen. Sind die Hürden zu hoch?

25.08.2026

In Bremen startet eine Studie zu K.o.-Tropfen.Christian Thiele/dpa

In Bremen startet eine Studie zu K.o.-Tropfen.Christian Thiele/dpa

© Christian Thiele/dpa

Eine wissenschaftliche Studie an der Universität Bremen will herausfinden, wie hoch die Hürden sind, nach einem K.-o.-Tropfen-Vorfall Hilfe zu suchen. Eine der Fragen der anonymisierten Erhebung lautet: Welche Hindernisse erleben Betroffene auf dem Weg zu medizinischer, rechtlicher oder psychosozialer Unterstützung? 

Ziel des Forschungsprojekts von Studentinnen des Masterstudiengangs Gesundheitsförderung und Prävention ist es, Hürden beim Zugang zum Bremer Hilfesystem für Menschen zu untersuchen, denen unfreiwillig K.-o.-Tropfen verabreicht wurden. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Unterstützungsangebote weiterzuentwickeln und Versorgungslücken sichtbar zu machen, wie es in einer Mitteilung hieß.

Das Verabreichen von K.-o.-Tropfen kann zu Kontrollverlust und Erinnerungslücken führen. Die Aufklärung eines Verdachts wird dadurch erschwert, dass viele der eingesetzten Substanzen nur für kurze Zeit nachweisbar sind und die hierfür erforderlichen spezialisierten Laborverfahren in der Regel nicht über die Notaufnahmen erfolgen. Personen, die sich nach einem solchen Vorfall ohnehin in einer psychisch belastenden Situation befinden, stehen dadurch unter zusätzlichem Zeitdruck, wenn sie über eine ärztliche Untersuchung, Spurensicherung oder eine Strafanzeige entscheiden müssen.

Teilnehmen können an der anonymen Online-Befragung volljährige Menschen, die selbst von K.-o.-Tropfen oder sogenanntem Drink Spiking betroffen waren. Auch Menschen, die entsprechende Situationen miterlebt oder beobachtet haben, können ihre Erfahrungen zu teilen.