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Studie: Sachsen-Anhalts Kitas mit zu wenig Personal

Viele Kinder haben großen Förderbedarf. Die Aufgaben der Kitas werden komplexer. Die meisten sind dafür aber laut einer Studie nicht ausreichend ausgestattet.

28.01.2026

Die Personalausstattung fällt unter den Bundesländern und Regionen unterschiedlich aus. (Archivbild)Arne Dedert/dpa

Die Personalausstattung fällt unter den Bundesländern und Regionen unterschiedlich aus. (Archivbild)Arne Dedert/dpa

© Arne Dedert/dpa

In vielen Kitas in Sachsen-Anhalt fehlt laut einer Studie Personal, um für alle Kinder gute Bildung und Betreuung zu gewährleisten. Im Mittel verfügten die Kitas im Land über 52 Prozent der Personalressourcen, die für eine kindgerechte frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung empfohlen würden, berichteten die Bertelsmann-Stiftung und das Österreichische Institut für Familienforschung (ÖiF) an der Uni Wien.

Nur ein Prozent der Einrichtungen erreiche den empfohlenen Wert. 76 Prozent der Einrichtungen in Sachsen-Anhalt wiesen niedrige Personalausstattungsquoten auf und verfügten somit über weniger als 60 Prozent der empfohlenen Personalressourcen.

In den Kitas sind ausreichend viele und gut qualifiziert Fachkräfte von zentraler Bedeutung. (Archivbild) Marijan Murat/dpa

In den Kitas sind ausreichend viele und gut qualifiziert Fachkräfte von zentraler Bedeutung. (Archivbild) Marijan Murat/dpa

© Marijan Murat/dpa

Die Analyse arbeitet mit einer sogenannten Personalausstattungsquote, die Stiftung und ÖiF entwickelt haben, um mehrere zentrale Faktoren in den heterogenen Gruppen angemessen zu berücksichtigen und in einer einzigen Kennziffer zusammenzufassen, wie es hieß. Dieser neue Indikator berücksichtige etwa die Größe der Kita, die Alters-Zusammensetzung, den Anteil der in der Familie nicht Deutsch sprechenden Kinder sowie die Zahl der Jungen und Mädchen mit Eingliederungshilfe - die also etwa geistig oder körperlich behindert sind.

Ost-West-Unterschiede

Der Osten schneidet insgesamt schlechter ab als die westlichen Bundesländer, heißt es in der Studie. Laut der Analyse für 2024 verfügen bundesweit lediglich 13,7 Prozent der Kitas über eine 100-Prozent-Personalausstattung. In Westdeutschland seien es im Schnitt 16,3 Prozent, in Ostdeutschland mit Berlin deutlich weniger. Mit einer schwachen Personaldecke - 60 Prozent und weniger als wissenschaftlich empfohlen - arbeitet demnach deutschlandweit etwa jede fünfte Kita (21,2 Prozent), wobei es im Westen nur rund 11 Prozent, aber in den ostdeutschen Ländern mit Berlin zwei Drittel (65,3 Prozent) seien.

Bildungsexpertin Kathrin Bock-Famulla wies darauf hin, dass Kitas einen zunehmend komplexen Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsauftrag haben. Ausreichend viele und gut qualifizierte Fachkräfte wie Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen seien umso wichtiger. Aber nur ein „Bruchteil der Kitas“ komme auf die erforderliche Personalausstattung, monierte die Forscherin der Stiftung. Die Mehrheit der Kinder werde nicht unter den Bedingungen betreut, die nach wissenschaftlichen Standards erforderlich seien.

In den ostdeutschen Bundesländern bietet sich nach ihrer Einschätzung angesichts sinkender Geburtenzahlen eine „historische“ Chance für optimale Personalquoten. Dafür müssten Fachkräfte im Job gehalten werden. Tatsächlich komme es aber zur Schließung von Gruppen oder ganzen Einrichtungen.