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Studie: Campingland Sachsen wächst, aber Nachholbedarf

Beim Markt für Reisen mit Wohnmobil, Zelt und Co. zeigt der Trend steil nach oben. Damit Sachsen auch weiter davon profitieren kann, muss an einigen Stellschrauben nachjustiert werden.

07.07.2026

Von 2014 bis 2024 stiegt die Zahl der Camping-Übernachtungen in Sachsen um 76,6 Prozent an.Jan Woitas/dpa

Von 2014 bis 2024 stiegt die Zahl der Camping-Übernachtungen in Sachsen um 76,6 Prozent an.Jan Woitas/dpa

© Jan Woitas/dpa

Als Campingland hat Sachsen beste Voraussetzungen, allerdings gibt es Nachholbedarf bei der Bekanntheit als Reiseziel und bei der Qualität der Angebote: So lautet das Fazit einer Markt- und Potenzialstudie im Auftrag des Tourismusministeriums und des Landestourismusverbandes. 

Großes Wachstum bei Camping-Übernachtungen

Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) sprach bei der Vorstellung der Studienergebnisse von einem „kleinen Riesen mit großem Potenzial“: Die Branche sei in den letzten Jahren in Sachsen deutlich gewachsen. Zwischen 2014 und 2024 stieg die Zahl der Campingübernachtungen um 76,6 Prozent auf rund 1,1 Millionen Übernachtungen. Zwar macht Camping weiterhin nur etwas mehr als fünf Prozent aller Übernachtungen in Sachsen aus, das Wachstum liegt aber deutlich über dem Schnitt. 

Die Oberlausitz und die Sächsische Schweiz sind dabei mit jeweils 13 Plätzen und je einem Drittel der Übernachtungen beliebte Ziele. Der Leipziger Raum macht mit ebenfalls 13 Plätzen acht Prozent der Übernachtungen aus. Hinzu kommt das Vogtland, das besonders bei Dauercampern beliebt ist. 

Sachsen fehlt Wahrnehmung als Campingziel

Zwischen September 2025 und Februar 2026 analysierten im Rahmen der Studie Gutachter der Beratungsfirma dwif-Consulting GmbH den sächsischen Campingmarkt. Ein zentrales Ergebnis der Analyse: Sachsen ist mit seiner abwechslungsreichen Natur, den Landschaften, Ruhe und Erholung sowie vergleichsweise günstigen Preisen zwar eine sehr attraktive Campingdestination.

Tourismusministerin Barabara Klepsch (CDU) sieht Bedraf für mehr Investitionen und Vermarktung.Jan Woitas/dpa

Tourismusministerin Barabara Klepsch (CDU) sieht Bedraf für mehr Investitionen und Vermarktung.Jan Woitas/dpa

© Jan Woitas/dpa

Im bundesweiten Wettbewerb fehlt jedoch die Wahrnehmung. Bei einer deutschlandweiten Befragung von mehr als 2.000 Campern zeigten sich nur etwa acht Prozent an einer Reise in den Freistaat interessiert. 

Investitionen in Angebote nötig

Auch bei den sachsenweit 124 Campingplätzen und 312 Reisemobilstellplätzen gibt es Nachholbedarf. Mehr als die Hälfte der Betriebe berichtete im Rahmen der Studie von einem Investitionsstau, etwa bei den Sanitäranlagen oder der Barrierefreiheit. Notwendige Modernisierungen werden demnach unter anderem durch komplexe und langwierige Genehmigungsverfahren erschwert. 

Sachsen habe beim Camping eine gute, solide Basis, aber noch Luft nach oben, resümierte Klepsch. Um das Potenzial ausschöpfen zu können, müsse man aber stärker in den Bereich Digitalisierung und in die Qualität der Campingplätze investieren. Auch an der Vermarktung Sachsens als Campingdestination müsse man arbeiten. Die Gastfreundschaft in Sachsen sei hingegen ein großer Trumpf.