dpa

Streiks im Nahverkehr in Sachsen-Anhalt haben begonnen

In Sachsen-Anhalt stehen Busse und Bahnen in mehreren Städten still. Warum Verdi die Streiks ausgerufen hat und wie die Notfahrpläne aussehen.

19.03.2026

Ein viertägiger Streik legt seit dem Morgen große Teile des Nahverkehrs in Sachsen-Anhalt lahm. (Symbolbild)Heiko Rebsch/dpa

Ein viertägiger Streik legt seit dem Morgen große Teile des Nahverkehrs in Sachsen-Anhalt lahm. (Symbolbild)Heiko Rebsch/dpa

© Heiko Rebsch/dpa

In weiten Teilen Sachsen-Anhalts haben am Morgen viertägige Streiks im Nahverkehr begonnen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Verkehrsbetriebe in Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau zum Streik aufgerufen. 

In Magdeburg beteiligen sich nach Gewerkschaftsangaben rund 300 Beschäftigte der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB). In Dessau sind es rund 150. Hoch sei auch die Streikbeteiligung in Halle, so die zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretärin Katja Fiebiger. Zahlen nannte sie nicht. Den Beschäftigten gehe es um echte Entlastung, sagte der für Magdeburg zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Benjamin Schladitz. Nicht selten komme es zu 12-Stunden-Tagen, etwa durch Leerzeiten und Rückwege vom Ort des Dienstendes. 

Notfahrpläne in Magdeburg und Halle

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) bieten einen eingeschränkten Notbetrieb an. Die Straßenbahnlinien 2,4 und 9 verkehren demnach von 6.00 bis 20.00 Uhr. Die Buslinien 52 und 54 im 30-Minuten-Takt, allerdings „ohne Fahrplan und ohne Garantie“, heißt es auf der MVB-Seite weiter. Bedient werden außerdem die Buslinie 42 sowie vereinzelte Schulbusse. Die Linie 42 wird auch am Wochenende bedient, heißt es weiter. Welche weiteren Verbindungen am Wochenende angeboten werden können, werde derzeit geprüft. 

In Halle hat der Streik der Beschäftigten nach Angaben der Halleschen Verkehrsbetriebe um 3 Uhr morgens begonnen. Das Verkehrsunternehmen hat einen Notfahrplan für alle vier Streiktage organisiert und informiert auf seiner Webseite über den Fahrbetrieb an den Streiktagen. Demnach verkehren unter anderem die Straßenbahnlinien 1, 3, 5, 7, 9 und 10.

Streik im Burgenlandkreis zurückgenommen

Die Dessauer Verkehrsbetriebe hatten bereits am Dienstag mitgeteilt, dass es kein Notfall- oder Ersatzkonzept geben werde. „In Dessau steht alles“, sagte der zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Wieland Kämpfe der Deutschen Presse-Agentur. Die Streikbeteiligung sei hoch, die Stimmung angespannt. Die Beschäftigten seien enttäuscht über das aus ihrer Sicht mangelnde Entgegenkommen der Arbeitgeberseite. 

Den angekündigten Streik im Burgenlandkreis hatte die Gewerkschaft gestern kurzfristig zurückgenommen, sagte der zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Johannes Mielke der Deutschen Presse-Agentur. Vorausgegangen war ein Termin beim Arbeitsgericht Halle aufgrund eines von der Personenverkehrs- und Servicegesellschaft Burgenlandkreis (PVG) angestrebten Verfahrens. Eine 

Hintergrund für den viertägigen Warnstreik sind festgefahrene Tarifverhandlungen im kommunalen Nahverkehr. Verdi fordert unter anderem eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich sowie Entlastungen für die Beschäftigten. Die Arbeitgeber halten eine solche Arbeitszeitverkürzung für finanziell nicht darstellbar. Weitere Streiks sind nicht ausgeschlossen.

Ausweitung der Streiks am Freitag

Am Freitag kommen zudem große Teile des Regionalbusverkehrs in Sachsen-Anhalt zum Erliegen. Verdi hat eine Ausweitung der Streiks auf Verkehrsbetriebe in den Kreisen Börde, Harz, Jerichower Land, Stendal sowie im Salzlandkreis und im Altmarkkreis Salzwedel geplant. Die Gewerkschaft hat die Beschäftigten zahlreicher Verkehrsbetriebe der Region zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Die betroffenen Unternehmen informieren auf ihren Webseiten über das Fahrtangebot und etwaige Notfahrpläne.

Der Verkehrsbetrieb BördeBus rechnet mit einem Komplettausfall des Schülerverkehrs. Gleiches gilt für die Nahverkehrsgesellschaften in Burg und Genthin. Nicht betroffen sind dort laut Webseite der Unternehmen der Fährbetrieb und der Schülerverkehr zu den Sonderschulen.

Mit Einschränkungen rechnet auch die Kreisverkehrsgesellschaft Salzland. Man sei bemüht, ein möglichst umfangreiches Angebot aufrechtzuerhalten. Die Halberstädter Verkehrs-GmbH erwartet Fahrtausfälle bei Bussen und Straßenbahnen. Die Harzer Verkehrsbetriebe werden den Fahrbetrieb nach eigenen Angaben „ganztägig vollständig“ einstellen.