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Streik: Produktion bei Brezelbäcker Ditsch zeitweise gestört

Im Tarifstreit in der Ernährungsindustrie kritisiert die Gewerkschaft Unterschiede zwischen Ost und West. Für ein Scheitern der nächsten Verhandlungsrunde droht sie mit einem neuen Streik.

10.07.2026

Die Großbäckerei Ditsch ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Laugengebäck. (Archivbild) Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Die Großbäckerei Ditsch ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Laugengebäck. (Archivbild) Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

© Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Durch den 40-stündigen Warnstreik bei der Großbäckerei Ditsch in Oranienbaum ist die Produktion in dem Unternehmen zeitweise eingeschränkt. Wie ein Unternehmenssprecher sagte, würden derzeit aber keine Auswirkungen auf die Belieferung der Kunden erwartet. Seit Donnerstag bis Samstagfrüh wird das Unternehmen, das nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei der Herstellung von Laugengebäck ist, von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bestreikt. 

Die Gewerkschaft sprach von einem „eindrucksvollen Signal an die Unternehmenszentrale in Mainz“. Die Beschäftigten erwarteten für die neue Verhandlungsrunde am kommenden Mittwoch ein neues, deutlich verbessertes Angebot. „Billiglohn Ost bei Ditsch ist vorbei“, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Uwe Ledwig. Für ein erneutes Scheitern der Gespräche drohte die Gewerkschaft mit einem neuen und noch längeren Streik. 

Gewerkschaft kritisiert hohe Lohnlücke zwischen Ost und West

Der Tarifstreit in der Ernährungswirtschaft läuft seit Monaten. Es hat in mehreren Betrieben in Sachsen-Anhalt Warnstreiks gegeben. Laut Gewerkschaft ist dabei zusammen schon 2.500 Stunden gestreikt worden. 

Die Gewerkschaft will nach eigenen Angaben weg vom Mindestlohn und bestehenden Lohnunterschieden zu vergleichbaren Betrieben im Westen. Bisherige Angebote der Arbeitgeberseite lehnte die Gewerkschaft ab. Die Lohnlücke zu vergleichbaren Tarifgebieten liege bei 20 bis 30 Prozent. 

Tarifstreit geht über Unternehmen hinaus

Das Unternehmen hofft darauf, die Gespräche konstruktiv fortzuführen und zu einem tragfähigen Abschluss zu bringen. Unabhängig von den laufenden Verhandlungen habe Ditsch die Tariflöhne am Standort Oranienbaum für dieses Jahr zum 1. Juni bereits freiwillig um 3,5 Prozent erhöht. 

Der Tarifkonflikt ist nicht nur auf die Großbäckerei begrenzt. Zum Tarifgebiet der Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt gehören auch noch 14 weitere Betriebe, darunter Rotkäppchen-Mumm und mehrere Betriebe der Lidl-Kaufland-Gruppe.