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Straßenschäden nach Rekordsommer - das sind die Auswirkungen

Die Hitze ist auch an den Straßen in Hessen nicht spurlos vorbeigegangen. Wo es zu Schäden kam, gibt es jedoch regionale Unterschiede.

11.09.2026

Der Rekordsommer in Hessen hatte Auswirkungen auf viele Bereiche, auch auf die hessischen Straßen. Besonders die Autobahnen haben gelitten. Die Autobahn GmbH, die im Auftrag des Bundes für die deutschen Autobahnen zuständig ist, sieht größere Schäden als in den Vorjahren. Andere Verkehrswege sind hingegen glimpflich davongekommen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Warum sind vor allem Autobahnen betroffen? 

Auf Autobahnen seien deutlich mehr und deutlich schwerere Fahrzeuge unterwegs als auf anderen Straßen, heißt es von der Autobahn GmbH. Dadurch seien sie besonders hohen Belastungen ausgesetzt.

Die Autobahnen in Deutschland bestehen den Angaben zufolge überwiegend aus Asphalt, etwa 30 Prozent sind mit Betonfahrbahnplatten gebaut worden. Beide Materialien reagieren auf Hitze - im einen Fall verformt sich der Straßenbelag, Folge können Spurrillen sein. Im anderen Fall wölben sich die Fahrbahnplatten nach oben, es entstehen sogenannte Blow-ups.  

Wenn Hitze auf Asphalt trifft, ist das in mehrfacher Hinsicht problematisch. (Archivbild)--/Polizeipräsidium Südhessen/dpa

Wenn Hitze auf Asphalt trifft, ist das in mehrfacher Hinsicht problematisch. (Archivbild)--/Polizeipräsidium Südhessen/dpa

© --/Polizeipräsidium Südhessen/dpa

Wo entstanden welche Schäden?

Zu „Blow-ups“ sei es auf zwei hessischen Autobahnen gekommen, konkret auf der A66 und auf der A67, teilt die Autobahn GmbH mit. Auf der A66 habe es eine Aufwölbung der Betonfahrbahnplatten bei Wiesbaden gegeben. Auf der A67 sei der „Blow-up“ in Südhessen zwischen Büttelborn und dem Griesheimer Dreieck aufgetreten. Beide Schäden sind inzwischen repariert.

Aber auch auf Autobahnen aus Asphalt verursachte die Hitze Schäden: Auf der A3 sei Fugenmaterial geschmolzen. Bei großer Hitze werde das Material weich und könne sich verformen. Die betroffene Stelle befinde sich zwischen Wiesbaden-Medenbach und Idstein in Fahrtrichtung Köln. Die Reparatur soll noch erfolgen.

Die Autobahn GmbH meldete außerdem, dass sich auf der A643 zwischen Mainz-Mombach und dem Schiersteiner Kreuz in beiden Fahrtrichtungen Spurrinnen gebildet hätten. Die Reparatur soll noch erfolgen, ein Termin steht noch nicht fest.

Wie ist die Situation auf den Landstraßen und in den Städten?

Im Vergleich dazu setzte die Hitze den Bundes- und Landesstraßen nur vereinzelt zu, meldet die Verkehrsbehörde Hessen Mobil. Das liege auch daran, dass diese vor allem aus Asphalt bestünden. Es sei zu vier nennenswerten Schäden gekommen, drei davon in Südhessen, einer in Mittelhessen. Bei letzterem Fall habe sich eine Mittelinsel verschoben und aufgewölbt, eine kurze Sperrung sei notwendig gewesen. Alle Schäden seien behoben worden.

Bei Straßenschäden müssen Verkehrsteilnehmer angepasst fahren. (Symbolbild)Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Bei Straßenschäden müssen Verkehrsteilnehmer angepasst fahren. (Symbolbild)Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

© Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Auch in Frankfurt verformte sich stellenweise der Asphalt unter Einwirkung der hohen Temperaturen, teilt die Stadt mit. Vor allem stark belastete Fahrbahnabschnitte wie Bushaltestellen und Bremszonen seien betroffen. Besonders problematisch nach Angaben der Stadt: sich stauender und dadurch sehr langsam fließender Verkehr sowie schwere Fahrzeuge. In einem Fall steht die Reparatur noch aus.

Die Stadt Gießen hat zwei Schadstellen aufgrund der Hitze festgestellt. Bei beiden Schäden habe sich die Deckschicht aus Asphalt verschoben. Die Reparaturarbeiten stehen noch aus. Von einer „flächendeckenden Hitzeschadenslage“ könne aber nicht gesprochen werden, heißt es von der städtischen Pressestelle.

In Fulda verursachten schwere Lastwagen einen leichten Schaden auf einem Festplatz, wie die Stadt mitteilt. In anderen Kommunen wie Darmstadt, Kassel und Heppenheim, blieben hitzebedingte Schäden dagegen aus. 

Wie lassen sich Hitzeschäden an Straßen vermindern? 

Frankfurt, Darmstadt und Kassel verwenden bereits seit einigen Jahren aufgehellte Asphaltbeläge, wie die städtischen Pressestellen mitteilen. Das verringere die Oberflächentemperatur. In Darmstadt werde bei Bushaltestellen ein widerstandsfähigerer Asphalt eingesetzt. Auch Gießen setzt bei Bushaltestellen auf Material, das sich weniger leicht verformt.

Entsiegelung und Begrünung seien weitere Mittel, um die Temperatur zu senken und für mehr Schatten zu sorgen, auch auf Fahrbahnen. Kassel bemühe sich, mehr Stadtbäume zu pflanzen, erklärt die städtische Pressestelle. 

Auch Hessen Mobil verwende helleren oder widerstandsfähigeren Asphalt, heißt es von der Pressestelle. Die Autobahn GmbH erläutert, man setze auf den Um- und Neubau von Autobahnen nach dem aktuellen Stand der Technik. Zuvor könnten bei Autobahnen aus Betonfahrplatten sogenannte Entlastungsschnitte helfen: quer verlaufende, mit Asphalt gefüllte Streifen auf der Fahrbahn.

Bereits im Vorjahr waren größere Arbeiten auf der A5 nötig. (Archivbild) Michael Probst/AP/dpa

Bereits im Vorjahr waren größere Arbeiten auf der A5 nötig. (Archivbild) Michael Probst/AP/dpa

© Michael Probst/AP/dpa

Außerdem tausche sich die Autobahn GmbH mit der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) aus, der Forschungseinrichtung des Bundesverkehrsministeriums. Dadurch wolle man mehr über die Hitzebeständigkeit der Baumaterialien erfahren. Die Forschung sei nun gefragt, die Bindemittel im Asphalt sukzessive zu verbessern, fordert der ADAC Hessen-Thüringen. Dies sei wichtig, damit es zu weniger Verformungen komme.

Welche Konsequenzen haben die Hitzeschäden?

Über die Höhe der Reparaturkosten an den Autobahnen konnte die Autobahn GmbH keine Aussage treffen, da dazu noch keine abschließenden Daten vorlägen. Insbesondere die beschädigten Fugen müssten vor dem Winter repariert werden, um zusätzliche Frostschäden zu verhindern, hieß es. Auch die befragten Städte konnten keine Summen nennen.

Da sich die Schäden an den anderen Straßen in Grenzen halten, ist dies auch bei den Kosten der Fall: Hessen Mobil teilte mit, dass die Hitzeschäden auf mindestens 9.000 Euro zu beziffern seien. Die Kosten, die im Winter durch Schlaglöcher entstünden, seien deutlich höher.