Stephan Ambrosius: Altes Team, neue Rolle
Zum zweiten Mal in seiner Karriere verhilft Verteidiger Stephan Ambrosius dem KSC als Leihspieler zu mehr Konstanz. Nach der Derby-Pleite sieht er mehr Haltung und Leistung als Schlüssel zum Erfolg.
Rückkehrer Stephan Ambrosius spielt beim KSC eine neue Rolle.Uli Deck/dpa
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Nach der Pleite in Kaiserslautern will der Karlsruher SC schnell eine Antwort geben. „Natürlich tut so eine Derby-Niederlage weh. Es bringt aber nichts, in die Vergangenheit zu schauen, sondern es geht weiter“, sagte Verteidiger Stephan Ambrosius dazu im Gespräch mit der dpa.
Viel Zeit bleibt nach dem 0:3 auf dem Betzenberg ohnehin nicht. Schon am Freitagabend gegen die SpVgg Greuther Fürth (18.30 Uhr/Sky) bietet sich die nächste Gelegenheit. „Um wenigstens ein bisschen wieder was gutzumachen und uns entsprechend hochzuarbeiten“, hofft der Ghanaer.
Ambrosius ist erst seit der Winterpause zurück vom Schweizer Erstligisten FC St. Gallen, diesmal mit Kaufoption. Vieles beim KSC fühlt sich noch immer vertraut an. Direkt in den winterlichen Abwärtsstrudel von sechs sieglosen Spielen und nur einem Punkt zu springen - für Ambrosius kein Problem. „Ich freue mich einfach, hier zu sein, um Fußball zu spielen“, sagt er.
Erfahrung hilft
Dass er als erfahrener Spieler nun auch eine Rolle in einer verjüngten Mannschaft übernimmt, ergibt sich fast zwangsläufig. „Dem einen oder anderen kann ich durch meine Erfahrungen in den letzten Jahren manchmal was mitgeben“, hofft er. Das findet auch KSC-Trainer Christian Eichner. Der führt Ambrosius‘ wachsende Rolle jedoch auf die Leistungen auf dem Platz zurück: „Gerade in den Punkten, die im Derby gefehlt haben. Er ist wichtig für die Kabine und bringt Dinge mit, die wir nicht in großer Zahl haben“, unterstreicht er.
Trotz Niederlage bewegt sich der KSC weiter im Tabellenmittelfeld, zeigt gute Ansätze. Aber auch immer wieder Schwankungen. Die sportliche Lage der Badener beschreibt Ambrosius daher eher nüchtern. „Wir haben gute Spieler, wir haben gute Performances“, sagt er, schränkt aber ein: „Wir sind noch keine Top-Top-Mannschaft.“ Gerade die fehlende Konstanz über 90 Minuten sei ein Thema. „Manchmal verschlafen wir Halbzeiten“, räumt Ambrosius ein.
Mannschaft der Stunde kommt
Vor diesem Hintergrund bekommt das Heimspiel gegen Fürth zusätzliche Brisanz. Zwar hat Eichner mit Ausnahme des gelb-gesperrten Dzenis Burnic erneut die freie Auswahl. Aber die Spieler müssen sich die ihnen in Kaiserslautern entzogene Sympathie der Fans zurückerobern. „Die Mannschaft hat das wahrgenommen und wird darauf reagieren. Das hat sie im Training bereits gezeigt“, verspricht der Coach. Zum anderen haben sich die Franken nach einer schwierigen Saison gerade aus den Abstiegsrängen herausgearbeitet. Für Eichner sind sie derzeit gar die „Mannschaft der Stunde“.
Auch Ambrosius hat 2023 mit dem KSC schon einmal im Wildpark gegen die Spielvereinigung gespielt. Ebenfalls an einem Freitag. Damals stand es nach 90 Minuten 2:1 für die Badener, für den Verteidiger selbst war die Partie jedoch nach einer Gelb-Roten Karte bereits nach 25 Minuten beendet. Nach Ansicht des ghanaischen Nationalspieler ist all das zweitrangig. Entscheidend sei die eigene Haltung. „Wenn du dich im Spiegel anschaust und sagen kannst, du hast alles gegeben, das ist entscheidend“, betont er.
Rückkehrer Stephan Ambrosius spielt beim KSC eine neue Rolle.Uli Deck/dpa
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