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Kieler Woche startet mit Steinmeier und 500 Konzerten

Segler aus mehr als 50 Nationen, 500 Konzerte und ein Überraschungsauftritt: Die Kieler Woche startet mit Bundespräsident Steinmeier – was Besucher in diesem Jahr alles erwartet.

20.06.2026

„Wir müssen zeigen, was uns verbindet - und die Kieler Woche leistet einen Beitrag dazu.“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.Daniel Bockwoldt/dpa

„Wir müssen zeigen, was uns verbindet - und die Kieler Woche leistet einen Beitrag dazu.“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.Daniel Bockwoldt/dpa

© Daniel Bockwoldt/dpa

Bei Sonnenschein und Hitze hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum zweiten Mal die Kieler Woche eröffnet. Das Staatsoberhaupt gab mit einem Schiffshorn das Signal „Leinen los“. Der höchste Repräsentant der Bundesrepublik Deutschland setzte damit die Tradition fort, dass bekannte Politiker die weltgrößte Segelwoche einläuten. Auch die frühere Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Aufgabe 2006 und 2008 übernommen

„Gerade in diesen Zeiten brauchen wir Gelegenheiten wie die Kieler Woche, in denen Menschen aus ganz unterschiedlichen Schichten, mit ganz unterschiedlichen Interessen, mit ganz unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen und Gemeinsamkeit in diesem Lande spüren“, sagte der Bundespräsident auf der Rathausbühne. Gerade wegen allen, die das Land spalten wollten. „Wir müssen zeigen, was uns verbindet - und die Kieler Woche leistet einen Beitrag dazu.“

Die Kieler Woche gilt als eine der größten Segelsportveranstaltungen der Welt und ist gleichzeitig ein riesiges Volksfest. 2025 hatte das Sommerfest nach Angaben der Stadt rund 3,3 Millionen Besucher angezogen.

Premiere für Yilmaz, wohltuend für Günther

Zuvor hatte Steinmeier an Bord „Malizia Explorer“ des Seglerstars Boris Herrmann mit Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Kiels Oberbürgermeister Samet Yilmaz (Grüne) eine Runde auf der Förde gedreht. „Mit der Kieler Woche verbindet man auf jeden Fall eine große Lebensfreude, tollen Sport, den besten Segelsport, den es in der Welt gibt, aber natürlich auch ein Volksfest“, sagte Günther nach dem Segeltörn. 

„Ich glaube, es ist einfach mal extrem wohltuend, mal einfach ganz gelassen und fröhlich unterwegs zu sein“, fügte er hinzu. Es gebe genügen Sachen in der Welt, die einem Sorgen bereiten könnten, da sei etwas Gelassenheit wichtig für die Gesellschaft. 

Für Oberbürgermeister Samet Yilmaz ist es die erste Kieler Woche im Amt. (Archivbild)Christian Charisius/dpa

Für Oberbürgermeister Samet Yilmaz ist es die erste Kieler Woche im Amt. (Archivbild)Christian Charisius/dpa

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Für Yilmaz ist die Kieler Woche hingegen die erste als Oberbürgermeister der Stadt. Im April trat er sein Amt an.„Es ist mir eine große Ehre, heute den Bundespräsidenten Steinmeier dabei zu haben und mit ihm zusammen die Kieler Wocheneröffnung durchzuführen“, betonte er. Als gebürtiger Kieler habe er zuvor die Veranstaltungswoche anders wahrgenommen, nun als Verwaltungschef sei es „ein tolles Gefühl“ sogar mit dabei zu sein. 

Sport auf dem Wasser, Volksfest an Land

Während sich auf der Kieler Förde Segler aus aller Welt in den unterschiedlichen Bootsklassen messen, läuft an Land entlang des Ufers und an weiteren Orten in der Landeshauptstadt ein Programm aus Kultur, Musik und Vergnügen. Klassiker sind unter anderem der internationale Markt, die Spiellinie oder das Hoftheater. Neu sind etwa die Maskottchenparade an der Kiellinie und die Aktion „KiWo goes Blaupark“, die einen Begegnungsort im Sport- und Begegnungspark auf dem Ostufer schafft.

Während der Veranstaltungswoche gibt es rund 500 Konzerte. Auf der Rathausbühne sind unter anderem Kettcar, Mia und Heinz-Rudolf Kunze dabei. Ebenfalls in Kiel erwartet werden auf der Fördebühne Max Giesinger und Michael Schulte. Einen Überraschungsauftritt soll zudem Alexander Marcus am Mittwoch auf der Bühne vor dem Rathaus haben.

WM-Spiele an zehn Orten

Die beiden deutschen WM-Gruppenspiele während des Sommerfestes werden auf zwei Großbühnen und bis zu zehn weiteren Flächen gezeigt, wie der stellvertretende Leiter des Kieler Woche-Referats der Stadt, Daniel Lorenzen, im Vorfeld sagte. „Wir haben dieses Jahr besonderen Fokus darauf gelegt, an möglichst vielen Flächen das Spiel zu zeigen.“ Dadurch sollen sich die Fußballfans gut auf dem Gelände der Kieler Woche verteilen. Am Eröffnungsabend spielt die deutsche Elf gegen die Elfenbeinküste (20. Juni, 22.00 Uhr) und am 25. Juni gegen Ecuador (22.00 Uhr). 

Segler aus mehr als 50 Nationen

Im Kern bleibt es aber eine Regattawoche. Sportlich will sich Kiel nach erfolgreichem Olympiaentscheid in der Stadt als möglicher Austragungsort für olympische Segelregatten präsentieren. Nach Angaben der Veranstalter werden Aktive aus mehr als 50 Nationen in 21 Bootsklassen segeln.

Zu den sportlichen Höhepunkten der Woche zählen neben den Wettbewerben der Olympia-Segler die Deutsche Meisterschaft Inshore der Seesegler und die Weltmeisterschaft in der früheren olympischen Klasse Flying Dutchman. Das Kieler-Woche-Feuerwerk steigt zur Halbzeit am 24. Juni um 23.00 Uhr.

Höhenfeuerwerk mit Laser- und Drohnenshow

Fester Bestandteil der Kieler Woche sind die Marineschiffe. Erwartet werden rund 20 Schiffe aus sieben Nationen mit zusammen mehr als 2.000 Seeleuten. Beim Open Ship am 20. und 21. Juni können Einheiten im Marinestützpunkt besichtigt werden. Geplant sind Vorführungen des Marinehubschraubers Sea Lynx mit Soldaten des Seebataillons, ein Konzert des Marinemusikkorps und der Reservisten Big Band sowie Hundevorführungen des Zolls. Zu sehen sind auch Drohnen und Torpedos aus dem Munitionsdepot. Vor dem Marinestützpunkt wird die 137. Marinekutterregatta ausgetragen.

Das Segelschiff „Mare Frisium“ ist das offizielle Schiff der Kieler Woche. (Archivbild) Georg Wendt/dpa

Das Segelschiff „Mare Frisium“ ist das offizielle Schiff der Kieler Woche. (Archivbild) Georg Wendt/dpa

© Georg Wendt/dpa

Bei den Traditionsschiffen wird es erstmals ein offizielles Kieler-Woche-Schiff geben. Diese Rolle nimmt nach Angaben der Veranstalter der Großsegler „Mare Frisium“ ein. Maritimer Höhepunkt der Festwoche ist die Windjammerparade am 27. Juni - angeführt von der „Thor Heyerdahl“. Die Festwoche endet am Abend des 28. Juni mit dem traditionellen Höhenfeuerwerk über der Kieler Förde, begleitet von einer Laser- und Drohnenshow sowie synchroner Musik an der Kiellinie.

100 Kontrollen und ein Messerfund

Polizei und Stadt setzen für das Sommerfest weiter auf das in den vergangenen Jahren bewährte Sicherheitskonzept. Die Polizei will sichtbare Präsenz zeigen und mit einer ähnlich hohen Kräftezahl wie in den Vorjahren vor Ort sein. Zahlen nennt sie aber nicht.

Einen Schwerpunkt setzen die Beamten erneut auf Messerkontrollen. Es gilt auf dem Veranstaltungsgelände ein Mitführverbot von Hieb- und Stichwaffen. Auch an den Verbindungswegen zwischen einzelnen Flächen sind Kontrollen möglich. 

Zahlreiche Fahrgeschäfte sind schon vor dem offiziellen Beginn gut besucht. Frank Molter/dpa

Zahlreiche Fahrgeschäfte sind schon vor dem offiziellen Beginn gut besucht. Frank Molter/dpa

© Frank Molter/dpa

Am Freitag wurden laut einer Sprecherin der Polizei bereits 100 Menschen im Rahmen der Kieler Woche kontrolliert - dabei wurde nur ein Messer gefunden. Insgesamt sei es derzeit sehr friedlich und die Fahrgeschäfte schon gut besucht.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier segelte mit Boris Herrmann auf der Förde. Daniel Bockwoldt/dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier segelte mit Boris Herrmann auf der Förde. Daniel Bockwoldt/dpa

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