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Steinadler greift Drohne an - Absturz

Der Vogel war stärker: Ein Steinadler hat im Berchtesgadener Land eine Drohne zum Absturz gebracht. Wie Experten den ungewöhnlichen Vorfall erklären.

27.08.2026

Ein Steinadler hat eine Drohne angegriffen und zum Absturz gebracht. (Symbolbild) Francis Ari Sture/NTB Scanpix/AP/dpa

Ein Steinadler hat eine Drohne angegriffen und zum Absturz gebracht. (Symbolbild) Francis Ari Sture/NTB Scanpix/AP/dpa

© Francis Ari Sture/NTB Scanpix/AP/dpa

Ein Steinadler hat bei Schneizlreuth nahe des Nationalparks Berchtesgaden nach Polizeiangaben eine Drohne angegriffen und zum Absturz gebracht. Die Drohne war demnach mit einer Wärmebildkamera auf einem Erkundungsflug wegen eines Waldbrandes. In der Gegend lebt seit langem ein Adler-Pärchen. Die „Passauer Neue Presse“ hatte darüber berichtet.

Wie geht es dem Adler?

Wie es dem Steinadler geht, ist unklar. Bislang sei kein Tier mit Verletzungen oder ungewöhnlichem Verhalten entdeckt worden, sagte Toni Wegscheider, Bartgeierexperte vom Umweltverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern), auf Anfrage.

Das Verhalten sei bei einem Steinadler nicht ungewöhnlich. Die Tiere reagierten sensibel auf Flugbewegungen in ihrem Revier und verteidigten dieses gegen Eindringlinge: Die Adler markieren laut Wegscheider ihr Revier mit einem wellenförmigen Flug, dem sogenannten Girlandenflug. Das bedeute für Eindringlinge: „Bis hierher und nicht weiter.“ Es werde auch von anderen Vögeln verstanden, etwa von den Bartgeiern, die seit 2021 im Nationalpark wieder angesiedelt werden.

Adler warnt Drohne 

Wahrscheinlich habe der Adler auch die Drohne mit einem wellenförmigen Flug gewarnt - die allerdings vermutlich darauf nicht reagierte.

Im Nationalpark Berchtesgaden und seiner Umgebung gibt es den Angaben zufolge rund ein Dutzend Steinadlerreviere. Ein vergleichbarer Zusammenstoß zwischen einem Adler und einer Drohne sei dort bislang nicht bekanntgeworden, sagte Wegscheider.

Drohnenproblem im Nationalpark

Im Nationalpark selbst ist das Fliegen verboten - wenngleich Touristen dieses Verbot ständig missachten, wie Wegscheider berichtet. „Es gibt massiv Drohnenprobleme im Nationalpark.“ Die Geräte seien zwar keine Gefahr für Vögel, da sie relativ laut seien, so dass Vögel rechtzeitig ausweichen könnten. „Aber die Störung der Wildtiere ist ein großes Thema.“ Deshalb sei das Fliegen im Nationalpark verboten.

Können Adler gegen Drohnen-Angriffe schützen?

In den Niederlanden habe es Versuche gegeben, Adler darauf abzurichten, Drohnen in der Luft zu fangen. Grundsätzlich seien Greifvögel robust, sagte Wegscheider. Bei einem Zusammenstoß mit einer Drohne bestehe für die Tiere aber durchaus Verletzungsgefahr. Deshalb sei die Idee einer Drohnenabwehr durch Greifvögel kritisch zu sehen.