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St. Paulis Mets unglücklich - Kritik an Elfmeter-Entscheid

Erst erzielt Karol Mets seinen ersten Treffer für den abstiegsbedrohten Bundesligisten. Dann verursacht er den Elfmeter, der zum Ausgleich führt. Trainer Blessin kritisiert die Strafstoß-Entscheidung.

18.04.2026

Die aus Sicht von Alexander Blessin strittige Szene vor dem Strafstoß: Kölns Jakub Kaminski (M,) und Karol Mets (FC St. Pauli) kämpfen um den Ball.Christian Charisius/dpa

Die aus Sicht von Alexander Blessin strittige Szene vor dem Strafstoß: Kölns Jakub Kaminski (M,) und Karol Mets (FC St. Pauli) kämpfen um den Ball.Christian Charisius/dpa

© Christian Charisius/dpa

Erst gefeiert, dann unglücklich: Über seinen ersten Treffer für den FC St. Pauli konnte sich Karol Mets nicht freuen. Der Abwehrspieler verursachte danach den Elfmeter, der zum 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Köln führte. „Wenn ich nach meiner Karriere darauf zurückblicke und daran denke, dass ich in der Bundesliga ein Tor geschossen habe, werde ich mich wahrscheinlich sehr, sehr glücklich und stolz darüber fühlen“, sagte der 32-Jährige. Aktuell sei es „umso frustrierender“, weil drei Punkte enorm geholfen hätten.

In seinem 89. Spiel für den abstiegsbedrohten Club hätte er per Kopfballtreffer nach 69 Minuten für den ersten Sieg seit Februar sorgen können. Doch wenige Minuten vor Schluss verursachte der estnische Profi den Strafstoß, den Luca Waldschmidt (86.) verwandelte. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck hatte mit Hilfe des Videoschiedsrichters (VAR) seine Entscheidung gefällt. 

Karol Mets (l) feiert seinen Treffer zum 1:0 für den FC St. Pauli.Christian Charisius/dpa

Karol Mets (l) feiert seinen Treffer zum 1:0 für den FC St. Pauli.Christian Charisius/dpa

© Christian Charisius/dpa

„Ja, ich habe sein Bein ganz klar berührt“, sagte Mets, ohne dass er die Wiederholung gesehen hatte. Die Aktion sei „ungeschickt“ von ihm gewesen. „Er hat sein Bein sehr gut ausgestreckt und ich bin damit in Kontakt gekommen, daher denke ich, dass es ein Elfmeter ist.“

Blessin: „Schon sehr, sehr ärgerlich“

Trainer Alexander Blessin kritisierte den Elfmeterpfiff: „Der Fuß von Kaminski geht zuerst auf die Wade von Karol und dadurch ist es für mich dann auch kein Foul“, meinte er. Das Schiedsrichtergespann habe es gut gemacht, lobte Blessin. Aber der VAR habe „ein bisschen Probleme gehabt, die richtigen Szenen dann zu zeigen. Und da hätte man vielleicht nicht den Punkt des Treffers dann zeigen müssen, sondern schon den Schritt davor“, erklärte er. „Das ist dann schon sehr, sehr ärgerlich“, bedauerte der Coach. „Die drei Punkte letzten Endes wären dann schon nicht unverdient gewesen“, meinte er. 

Blessin über Mets: „Das wirft ihn nicht um“

Mets wechselte 2023 zu den Hanseaten und feierte ein Jahr später den Aufstieg. In den vergangenen Saison fiel er lange wegen Knieproblemen aus, wurde operiert und stand erst elf Monate später wieder bei einem Spiel auf dem Rasen. 

Blessin erklärte, dass dann auch mal Gedanken kommen, „die Fußballschuhe an den Nagel deswegen zu hängen“. Er freue sich über den Treffer seines Spielers und stellte klar: „Das ist eine bittere Geschichte, aber das wirft ihn nicht um, weil Karol einfach ein Wettkampftyp ist, der sich daran hochzieht.“

Bei noch vier ausstehenden Spielen stehen die Hamburger fünf Punkte hinter Köln auf dem Relegationsrang. Der Kiez-Club bleibt dadurch weiter stark abstiegsgefährdet. Der Abstand auf den rettenden 15. Rang könnte nach diesem Spieltag noch auf fünf Punkte wachsen.