Spezielle Nachtflüge erkunden Frankfurts Wärme-Schätze
Nachts brummt es über Frankfurt: Ein Spezialflugzeug misst den Untergrund für die Zukunft der klimafreundlichen Wärme. Was steckt hinter den Messflügen?
Noch bis Ende Mai überfliegt ein Spezialflugzeug zwischen 23.00 und 5.00 Uhr Teile des Rhein-Main-Gebiets.-/Hessisches Wirtschaftsministerium/dpa
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Wenn Frankfurt schläft, beginnt über der Stadt eine besondere Suche: Noch bis Ende Mai überfliegt ein Spezialflugzeug zwischen 23.00 und 5.00 Uhr Teile des Rhein-Main-Gebiets, wie die Stadt Frankfurt mitteilte. Mit Messungen des Erdschwere- und Magnetfelds erfasse die Maschine geologische Strukturen im Oberrheingraben, der bis nach Frankfurt reicht.
Die gewonnenen Daten sollen zeigen, wo sich die Nutzung von Geothermie besonders lohnen könnte. Geothermie – auch Erdwärme genannt – ist die in der Erdkruste gespeicherte Wärmeenergie. Sie kann als erneuerbare Energiequelle zum Heizen, Kühlen und zur Stromerzeugung genutzt werden. Frankfurt bringe dafür gute Voraussetzungen mit: Nach Angaben der Stadt gibt es Bereiche mit vergleichsweise hohen Temperaturen im Untergrund.
Messflüge für 3D-Modell
Hinter den Flügen steht der Forschungsverbund GeoProH, an dem auch die Stadt Frankfurt beteiligt ist. Ziel sei es, ein möglichst genaues Bild des Untergrunds zu gewinnen, hieß es in der Mitteilung. Aus den Messungen solle eine einheitliche Datengrundlage entstehen, auf deren Basis ein geophysikalisch fundiertes 3D-Modell entwickelt werde. Dieses könne später mit Bohrdaten und weiteren Untergrundmodellen verknüpft werden.
„Gute Daten sind die Grundlage, um unser geothermisches Potenzial künftig gezielt und verantwortungsvoll für eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu nutzen“, sagte Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez (Grüne) laut Mitteilung.
Dass die Datensammlung nachts erfolgt, hat praktische Gründe: Wegen des dichten Flugbetriebs am Frankfurter Flughafen weicht das Projekt in die ruhigeren Stunden aus. Das Brummen der zweimotorigen Propellermaschine bleibe vergleichsweise dezent und sei in Frankfurt nur an wenigen Nächten zu hören. Das Untersuchungsgebiet erstrecke sich von Lampertheim bis Bad Nauheim.