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Sparzwang: Uni Hamburg streicht Studiengänge

An der Universität Hamburg fallen mehrere Studiengänge dem Rotstift zum Opfer. Welche Fächer betroffen sind – und was mit bereits eingeschriebenen Studierenden geschieht.

29.10.2026

Aufgrund von Sparzwängen werden an der Uni Hamburg Studiengänge eingestellt. (Archivbild) Marcus Brandt/dpa

Aufgrund von Sparzwängen werden an der Uni Hamburg Studiengänge eingestellt. (Archivbild) Marcus Brandt/dpa

© Marcus Brandt/dpa

Aufgrund des Sparzwangs streicht die Universität Hamburg mehrere Studiengänge oder setzt die Zulassung aus. Betroffen seien der Bachelorstudiengang Software-System-Entwicklung, der Bachelor- und der Masterstudiengang Wirtschaftsinformatik und der Masterstudiengang Kosmetikwissenschaft, sagte der Sprecher des Präsidenten der Universität, Alexander Lemonakis, der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte der NDR über die Pläne berichtet.

Die veränderten Rahmenbedingungen und der aktuelle Konsolidierungskurs erforderten eine Neuausrichtung des Studienangebots und der Studienplatzkapazitäten an der MIN-Fakultät, sagte Lemonakis. MIN steht für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften. 

Studiengang Software-System-Entwicklung wird eingestellt

Der Studiengang Software-System-Entwicklung wird den Angaben zufolge eingestellt. „Für die bereits eingeschriebenen Studierenden ist sichergestellt, dass sie ihr Studium fortsetzen und abschließen können“, sagte Lemonakis. 

Die Zulassung zum Bachelor- und zum Masterstudiengang Wirtschaftsinformatik wird demnach zum Wintersemester 2027/2028 ausgesetzt. Hier werde von den Fakultäten MIN und Betriebswirtschaft geprüft, „unter welchen Rahmenbedingungen eine Fortführung in veränderter Form möglich ist oder wie wesentliche Studieninhalte auf andere Weise erhalten werden können“. 

Auch hier sei sichergestellt, dass bereits eingeschriebene Studierende ihr Studium fortsetzen und abschließen können.

Professur für Kosmetikwissenschaft nicht wieder besetzt

Frei werdenden Kapazitäten sollen unter anderem dem Bachelorstudiengang Informatik zugutekommen. Hier sei eine Erhöhung der Studienplatzzahl um 53 auf dann 201 Plätze vorgesehen. Der Wegfall von insgesamt 113 Plätzen in den Bachelorstudiengängen Software-System-Entwicklung (50 Plätze) und Wirtschaftsinformatik (63) kann damit allerdings nicht kompensiert werden.

Der Masterstudiengang Kosmetikwissenschaft werde gestrichen, weil die einzige Professur wegen der Sparmaßnahmen nicht wiederbesetzt werden könne. „Darüber hinaus entspricht der Studiengang in seiner derzeitigen Ausgestaltung nicht mehr vollständig der strategischen Ausrichtung des Studienangebots der MIN-Fakultät“, sagte Lemonakis.

Opposition kritisiert Sparzwang für Hochschulen

Die Wissenschaftsbehörde verwies darauf, dass die Maßnahmen Teil des internen Strukturprozesses seien, den die Universität im Sinne der Hochschulautonomie eigenständig durchführe. 

Bei der Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft sieht man das anders. „Studiengänge und Studienplätze fallen dem rot-grünen Sparkurs zum Opfer, darunter ausgerechnet wichtige Zukunftsfächer“, sagte CDU-Fraktionschef Dennis Thering. „Die Verantwortung für diesen Sparkurs tragen SPD und Grüne, nicht die Hochschulen.“

Die wissenschaftspolitische Sprecherin der Linken, Xenija Melnik-Üzüm, sprach vom „ersten Sargnagel für die freie Wissenschaft“. Die Wissenschaftsbehörde sei indirekt beteiligt, „dass eben diese Autonomie aufgrund des Entzugs der finanziellen Grundlage nicht mehr gewahrt werden kann und die Hochschulen und Universitäten gezwungen sind, abzubauen.“