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Sonnige Heavy-Metal-Party auf Wackens Wiesen

Mehr Sonne, mehr Bier und vier Tage Metal-Party: Stars wie Def Leppard, Judas Priest und Sabaton rockten das Wacken Open Air. Wer 2027 auf das Heavy-Metal-Festival kommt und was mit dem Bier war.

02.08.2026

Die schwedischen Headliner Sabaton rockten am Samstagabend das Wacken Open Air.Marcus Golejewski/dpa

Die schwedischen Headliner Sabaton rockten am Samstagabend das Wacken Open Air.Marcus Golejewski/dpa

© Marcus Golejewski/dpa

Vier Tage lang hat das Herz der Heavy Metal-Welt wieder ein Zuhause im beschaulichen schleswig-holsteinischen Wacken gefunden. Nach den Wetterkapriolen des Vorjahres konnten sich die Metalfans seit Mittwoch über reichlich Sonne und Sommerhitze freuen. Statt Schlamm gab es in diesem Jahr reichlich Staub auf den Wiesen rund um die Gemeinde mit gut 2.000 Einwohnern.

Veranstalter, Polizei und Rettungsdienste waren zufrieden mit dem Verlauf der in der Nacht zu Ende gegangenen Jubiläumsausgabe. Das 35. Wacken Open Air (W:O:A) in Schleswig-Holstein war mit 85.000 Metalfans erneut ausverkauft. 

Und: Die ersten 10.000 Tickets für das Heavy-Metal-Festival im kommenden Jahr (28. bis 31. Juli) sind bereits weg, der Vorverkauf für die übrigen 75.000 Karten sollte am Abend (20.00 Uhr) starten. Karten kosten wie in diesem Jahr 349 Euro plus 2 Euro Ticketgebühr.

Gas gaben auch Heavysaurus.Marcus Golejewski/dpa

Gas gaben auch Heavysaurus.Marcus Golejewski/dpa

© Marcus Golejewski/dpa

„Dass es so gut wird, habe ich natürlich nicht gedacht“, sagte Festivalgründer Thomas Jensen. „Das Wetter hat mitgespielt und wir haben epische, fantastische Shows gesehen.“ Als Beispiel nannte er Judas Priest und den Abschied von Sepultura. Und sein Co-Festivalgründer Holger Hübner ergänzte: „Wetter gut, alles gut.“ Es habe deshalb eine „geile Party“ gegeben.

Die Festivalgründer Thomas Jensen (links) und Holger Hübner äußern sich auf der Abschluss-PK.Marcus Golejewski/dpa

Die Festivalgründer Thomas Jensen (links) und Holger Hübner äußern sich auf der Abschluss-PK.Marcus Golejewski/dpa

© Marcus Golejewski/dpa

Stars waren in diesem Jahr neben der schwedischen Metalband Sabaton die Rocklegenden von Def Leppard, die am Donnerstag erstmals überhaupt in Wacken auftraten, und Judas Priest. Die Band legte am Freitagabend einen fulminanten Auftritt hin. 

Das sagen die Rettungskräfte

Trotz Temperaturen zeitweise deutlich über 30 Grad Celsius berichtete der Leiter des Rettungsdienstes, Volker Böhm, es hätten nur 15 Fans wegen Hitzenotfällen behandelt werden müssen. Bis 14.00 Uhr am Samstag habe der Rettungsdienst etwa 3.500 Einsätze gehabt, darunter wegen rund 160 allgemeiner medizinischer Probleme, aber es gab auch viele kleinere Hilfsleistungen. Es habe etwa 200 Krankentransporte gegeben. „Wir sind eigentlich auf dem Level eines normalen Wacken Open Air in den vergangenen 25 Jahren.“

Das Wetter spielte mit. (Archivbild)Frank Molter/dpa

Das Wetter spielte mit. (Archivbild)Frank Molter/dpa

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„Wir hätten fast die erste Geburt gehabt hier“, sagte Böhm. „Schade, hätte legendär werden können.“ Eine hochschwangere zweifache Mutter habe am Mittwoch alle fünf Minuten Wehen gehabt. Sie sei aber mit einem Rettungstransport rechtzeitig vom Gelände gebracht worden.

Die ersten Bands für das Wacken Open Air im kommenden Jahr stehen fest. (Archivbild)Frank Molter/dpa

Die ersten Bands für das Wacken Open Air im kommenden Jahr stehen fest. (Archivbild)Frank Molter/dpa

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Was die Polizei sagt

Die Polizei berichtete, es habe zwar mehr Einsätze gegeben, unter anderem wegen Unterstützungsleistungen für den Rettungsdienst. Es seien aber weniger Straftaten registriert worden als im Vorjahr.

Der Leiter der Polizeidirektion Itzehoe, Frank Mathiesen berichte von 226 Einsätzen bis Samstagvormittag  - das waren mehr als 2025 mit 187. Es habe ein paar mehr Einsätze außerhalb des Geländes gegeben. „Und wir hatten auffällig mehr Einsätze im Zusammenhang mit unzulässigen Drohnensteigungen.“ Das seien alles „ahnungslose Hobbypiloten“ gewesen, die alle ein Bußgeld erwarte.

Juds Priest rockten am Freitagabend das Wacken Open Air. (Archivbild)Marcus Golejewski/dpa

Juds Priest rockten am Freitagabend das Wacken Open Air. (Archivbild)Marcus Golejewski/dpa

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Probleme bei Kontrollen auf dem Festival hatten einige Besucher und Besucherinnen mit politisch linksorientierten Aufnähern, sogenannten Patches. Veranstaltungsleiter Daniel Schlatter bestätigte das und sprach von Unregelmäßigkeiten bei der Unterweisung der Sicherheitsdienste. „Dass da Patches weggenommen worden sind, war nicht richtig, ist aber passiert.“ Es sei deshalb im Bereich der Ordnungsdienste nachgesteuert worden, damit so etwas nicht mehr vorkomme. Festivalgründer Jensen betonte: „Die Veranstaltung ist ja ein Statement für Völkerverständigung.“

Das Bier

Auf dem Gelände und auch in sozialen Medien war eine in diesem Jahr erstmals ausgeschenkte Biermarke des Brauereiriesen Anheuser-Busch Thema. „Unsere Umsätze, was das angeht, sprechen eigentlich eine ganz andere Sprache“, sagte Festival-Geschäftsführer André Jürgens. Beim Bier hätten die Umsätze über denen im vergangenen Jahr gelegen. „Und somit stellt das für uns gar kein Problem dar.“

Auch die brasilianische Band Sepultura kam nach Wacken.Marcus Golejewski/dpa

Auch die brasilianische Band Sepultura kam nach Wacken.Marcus Golejewski/dpa

© Marcus Golejewski/dpa

Das Handy 

Die Metalheads nutzen ihre Handys vier Tage lang reichlich - es wurde gestreamt, gesurft und gepostet. Mit dem Datenverkehr sei Wacken erneut an der Spitze der Festivalsaison gelandet, teilte das Telekommunikationsunternehmen Vodafone mit. Rund 115 Terabyte Daten habe das eigene Mobilfunk-Netz transportiert. Mit dieser Datenmenge könne man bei Spotify 275 Jahre in normaler Qualität ununterbrochen Metal-Musik streamen. Neben Vodafone gibt es auch andere Netzbetreiber wie die Telekom oder O2, die die Fans nutzten.

Das Festival in Norddeutschland habe das Parookaville-Festival auf Platz 2, Rock am Ring auf Platz 3 und Airbeat One auf Rang 4 verwiesen, berichtete Vodafone. Das Parookaville-Festival in Weeze (Nordrhein-Westfalen) kam auf ein Datenvolumen von rund 101 Terabyte, Rock am Ring auf etwa 89 Terabyte, das Airbeat One in Neustadt-Glewe (Mecklenburg-Vorpommern) auf rund 71 Terabyte und das Hurricane Festival in Scheeßel (Niedersachsen) auf rund 54 Terabyte. Die Festivals dauerten allerdings unterschiedlich lange und hatten auch unterschiedliche Besucherzahlen.

Der Vorverkauf für 2027

Für 2027 angekündigt wurden unter anderem bereits Helloween, Five Finger Death Punch, Electric Callboy, Avatar, U.D.O., Hammerfall, Heaven Shall Burn, Napalm Death, Dragonforce, Children of Bodom, Heavens Gate, Edguy, Seven Blood, Towards the Sinister, Dark Tranquillity und Cavalera Conspiracy.

Gegen Ende gab es ein Feuerwerk.Marcus Golejewski/dpa

Gegen Ende gab es ein Feuerwerk.Marcus Golejewski/dpa

© Marcus Golejewski/dpa

Einen Teil der Bands für die 36. Ausgabe verrieten die Veranstalter am späten Abend begleitet von einem Feuerwerk. „Wir zusammen sind alles, was wir brauchen, wir sind Family, wir sind Wacken“, sagte Hübner in einer kurzen Ansprache im Infield.

Seit Samstag sind die ersten 10.000 Tickets für das kommende Heavy-Metal-Festival (28. bis 31. Juli) bereits im Vorverkauf. Der eigentliche Vorverkauf für den überwiegenden Teil der 85.000 Karten startet am Sonntagabend (20.00 Uhr). Karten kosten wie in diesem Jahr 349 Euro plus 2 Euro Ticketgebühr.