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So kommen die neuen Polizeiuniformen an

Neuer Look bei der Polizei: Statt hellblauer Hemden tragen die Beamtinnen und Beamten jetzt häufiger dunkelblaue Poloshirts. Was dahintersteckt und warum das längst nicht alles ist.

30.09.2026

Statt hellblauer Hemden tragen die Beamtinnen und Beamten jetzt häufiger dunkelblaue Poloshirts.Franziska Kraufmann/dpa

Statt hellblauer Hemden tragen die Beamtinnen und Beamten jetzt häufiger dunkelblaue Poloshirts.Franziska Kraufmann/dpa

© Franziska Kraufmann/dpa

Die Polizei in Baden-Württemberg bekommt neue Uniformen. Es bleibt bei der Farbe Blau, aber es wird dunkler. Die Kleidung soll darüber hinaus unter anderem mehr Tragekomfort bieten und besseren Schutz vor Wärme und Kälte - sowie vor Messerangriffen. „Wir tun so alles, um die zu schützen, die uns schützen“, sagt Innenminister Manuel Hagel (CDU). Unter den Landespolizeien gehe Baden-Württemberg damit voran.

Auffällig sind unter anderem die neuen Poloshirts, die laut Innenministerium seit Juni ausgeliefert werden. Das Polizeirevier in Offenburg etwa postete dazu kürzlich ein Video auf seinem Instagram-Kanal und fragte: „Bist du eher Team Hemd in Hellblau oder Team Poloshirt in Dunkelblau?“ 

 

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Doch hinter den Neuerungen steckt mehr. Die wichtigsten Fakten im Überblick:

Welche neuen Uniform-Teile bekommen die Polizistinnen und Polizisten?

Neben dem Poloshirt stehen Einsatzanzug, Softshelljacke, Langarmshirt und Cargohose auf dem Zettel. Sie werden nach Angaben des Innenministeriums aus deutlich funktionaleren Stoffen gefertigt - ähnlich dem Material von Wander- oder Outdoorkleidung.

Gibt es weitere Vorteile?

Ja. Die neuen Uniformen sind mit sogenannten schnitthemmenden Elementen ausgestattet. „Besonders empfindliche Bereiche des Körpers sollen so besser vor möglichen Angriffen geschützt werden“, erläutert ein Ministeriumssprecher. Der Schnittschutz sei ins Gewebe eingearbeitet und nicht zu erkennen.

Zur Einordnung: Die Zahl von Messerangriffen auf Polizeibeamtinnen und -beamte hat im vergangenen Jahr um 14,5 Prozent auf 47 Fälle abgenommen (2024: 55). Neun Einsatzkräfte seien leicht, zwei schwer verletzt worden. (2024: 16 leicht, 1 schwer und 1 tödlich verletzt). 

Bis wann wird die Polizei damit ausgestattet? 

Die neue Einsatzbekleidung der geschlossenen Einheiten des Polizeipräsidiums Einsatz und der regionalen Polizeipräsidien - also nicht für die Streifenpolizistinnen und -polizisten - wurde im März ausgeliefert. Die anderen Uniform-Teile sollen bis Ende des Jahres nach und nach übergeben werden.

In einem ersten Schritt erhalten die operativen Einsatzkräfte sowie Beamtinnen und Beamte in Ausbildung jeweils drei Poloshirts. „Aktuell sind die operativen Bereiche aller regionalen Polizeipräsidien bis auf wenige Randgrößen vollständig ausgestattet“, so der Sprecher. Die Ausstattung der Beamtinnen und Beamten in Ausbildung stehe unmittelbar bevor.

Wie kam es zu dem Wechsel?

Die Entscheidung zur Fortentwicklung der blauen Uniform fiel im Jahr 2023. Im Wesentlichen ging es unter anderem um mehr Sicherheit, Funktionalität, Wettertauglichkeit, Tragekomfort und einen verbesserten Zugriff beispielsweise auf Einsatzmittel. 

Vor der Einführung gab es dem Ministerium zufolge umfassende Tragetests, um Material und Komfort auf Herz und Nieren zu prüfen. Auf Basis der Rückmeldungen aus der Praxis seien die ersten Modellentwürfe weiterentwickelt worden.

Lösen die Poloshirts die Hemden ab?

Nein. „Das Poloshirt soll das Hemd nicht ablösen, es ergänzt die bisherige Dienstkleidung“, teilt der Sprecher mit. Die Farbe entspreche auch der Farbgebung anderer Länder-Polizeien.

Die Poloshirts dürfen dem Ministerium zufolge im täglichen Dienst getragen werden. Im Einzelfall könnten die Dienstvorgesetzten zum Beispiel bei formellen Anlässen eine bestimmte Anzugsordnung festlegen.

Welche Erfahrungen haben die Polizistinnen und Polizisten gemacht?

Die Landesverbände der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) berichten von positiven Erfahrungen. Die Kolleginnen und Kollegen seien sehr zufrieden, sagt der Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Dirk Preis. Gerade im heißen Sommer seien die Poloshirts gut angekommen. Auch die Hose aus Outdoor-Stoffen habe viel Tragekomfort. Damit sei man auf einem guten Weg.

Der Tragekomfort der Poloshirts werde als gut bewertet, berichtet auch der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Carsten Beck. „Es trägt sich sehr angenehm auch unter der Schutzweste.“ 

Gibt es Kritik?

Die Nachbestellbarkeit ist laut Beck noch ein Problem. Aus seiner Sicht braucht es eigentlich mehr als die drei Poloshirts pro Person: „Da die Poloshirts körpernah getragen werden, ist quasi eines für jeden Dienst notwendig.“ Nach einem Schichtumlauf (Spätdienst/Frühdienst und Nachtdienst) müssten alle drei Shirts gewaschen werden. „Wenn in der Woche ein Zusatzdienst zu leisten ist, kann das zu Engpässen führen“, erklärt er.

„Ein zügigerer Rollout ist natürlich wünschenswert, jedoch nicht zu Lasten der Qualität“, so Beck. Die GdP-Baden-Württemberg werde auf mögliche Defizite in Sicherheit und Qualität achten. 

Welche Wünsche sind noch offen?

„Wir dürfen nicht stehenbleiben“, mahnt Preis. Gerade mit Blick auf hohe Temperaturen müsse man die Uniform weiter verbessern. Ein Thema seien Kühlwesten. Auch die Schirmmütze sei ein Relikt, über das es nachzudenken gelte. „Im Einsatzbereich geht es schon Richtung Baseballmütze.“

Innenminister Manuel Hagel (CDU, 2.v.l.) mit Polizeibeamten in neuen Uniformen auf dem Cannstatter Wasen.Franziska Kraufmann/dpa

Innenminister Manuel Hagel (CDU, 2.v.l.) mit Polizeibeamten in neuen Uniformen auf dem Cannstatter Wasen.Franziska Kraufmann/dpa

© Franziska Kraufmann/dpa

Die neue Kleidung soll nicht nur mehr Tragekomfort bieten - sondern auch mehr Schutz.Franziska Kraufmann/dpa

Die neue Kleidung soll nicht nur mehr Tragekomfort bieten - sondern auch mehr Schutz.Franziska Kraufmann/dpa

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