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Sicherheit im Stadion: Vorstoß für personalisierte Tickets

Das Thema „Fußball ohne Gewalt“ sorgt bei Fans und Politik für kontroverse Diskussionen. Sachsens Innenminister überrascht jetzt mit einem Vorschlag.

18.06.2026

Bei den Krawallen in Leipzig Ende Mai griffen Fans von Rayo Vallecano und Crystal Palace einander verbal und körperlich an, wie die Polizei mitteilte. (Archivfoto)EHL Media/dpa

Bei den Krawallen in Leipzig Ende Mai griffen Fans von Rayo Vallecano und Crystal Palace einander verbal und körperlich an, wie die Polizei mitteilte. (Archivfoto)EHL Media/dpa

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Für reichlich Diskussionsstoff sorgen bei der Frühjahrskonferenz der Innenminister von Bund und Ländern in Hamburg die Vorschläge zur Eindämmung von Gewalt im Umfeld von Fußball-Spielen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen der Innenministerkonferenz (IMK) erfuhr, reichten mehrere Länder kurz vor dem Beginn am Mittwochabend Änderungswünsche zu einem relativ allgemein gehaltenen Beschlussvorschlag ein. 

Sachsens Innenminister, Armin Schuster (CDU), will die Fankultur erhalten, aber die Gewalt aus den Stadien verbannen. (Archivfoto)Hendrik Schmidt/dpa

Sachsens Innenminister, Armin Schuster (CDU), will die Fankultur erhalten, aber die Gewalt aus den Stadien verbannen. (Archivfoto)Hendrik Schmidt/dpa

© Hendrik Schmidt/dpa

Innenminister Schuster: Mustersicherheitskonzept muss kommen

Sachsens Innenminister Armin Schuster sieht den Moment gekommen, um die seit Jahren umstrittene Forderung nach dem Verkauf von Tickets mit Namen voranzubringen. Dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) den gemeinsam mit der IMK erarbeiteten Plan für eine zentrale Aufsichts- und Überprüfungsstelle für Stadionverbote umgesetzt habe, sei ein Fortschritt, sagte der CDU-Politiker der dpa. Nun müsse man ein verbindliches Mustersicherheitskonzept für die Stadien entwickeln, beim Dauerthema Pyrotechnik weiterkommen und in Pilotprojekten mit einigen Vereinen personalisierte Tickets ausgeben.

DFB-Sportgericht: Harte Strafen nach Spiel Hertha gegen Dresden

Nach schweren Ausschreitungen im Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC Berlin im April hatte das DFB-Sportgericht kürzlich harte Strafen verhängt. Dazu zählen die Durchsetzung eines Sicherheitskonzepts für die nächsten beiden Meisterschaftsspiele dieser beiden Mannschaften gegeneinander. Das Kartenkontingent des Gastvereins Dresden wurde beschränkt, wobei die Eintrittskarten des Gäste-Kontingents personalisiert werden müssen.

„Starke Signale“ vom DFB-Sportgericht

Die jüngsten Urteile des DFB-Sportgerichts hätten „starke Signale für personalisierte Tickets“ ausgesendet, sagt Schuster. Es habe sich dabei gezeigt: „Der DFB versteht auch, dass Stadionverbote nur Sinn machen, wenn man die auch kontrollieren kann.“ Das bedeute, man gleiche die gegen einige Fans verhängten Stadionverbote mit den Namen auf den Tickets ab.

Bei Spielen der Conference League, der Europa League und der Champions League gebe es das ja schon, argumentiert Sachsens Innenminister. Deswegen habe man etwa beim Conference-League-Finale in Leipzig, als es am Vorabend Randale zwischen englischen und spanischen Fans gab, sofort mit der UEFA dafür sorgen können, dass diese Leute nicht ins Stadion kamen.

Die Innenministerkonferenz von Bund und Ländern hat in Hamburg am Mittwochabend begonnen. Daniel Bockwoldt/dpa

Die Innenministerkonferenz von Bund und Ländern hat in Hamburg am Mittwochabend begonnen. Daniel Bockwoldt/dpa

© Daniel Bockwoldt/dpa

Stehplätze sollen bleiben

Auf die Frage, für welche Spiele aus seiner Sicht personalisierte Tickets ausgegeben werden sollte, antwortete Schuster: „Ich halte es in jedem Fall von der ersten bis zur dritten Liga für sinnvoll, aber ich gebe zu, das ist ein hochumstrittenes Thema bei den Fans, da haben es DFB und DFL nicht leicht.“

Deshalb halte er zunächst Pilotprojekte mit kooperativen Vereinen für sinnvoll. „Wir hätten in Sachsen solche Vereine“, fügte er hinzu. Gleichzeitig betonte er: „Wir müssen es hinkriegen, die deutsche Fankultur in den Stadien zu bewahren.“ Sein Ziel sei es nicht, Stehplätze abzuschaffen, es gehe nur um Zugangskontrolle, nicht darum, welcher Fan auf Platz drei oder vier stehe.