Senat richtet Steuerungseinheit für Cyberangriff ein
Seit Freitag sind 1,44 Millionen Dateien im Darknet veröffentlicht. Die Berliner Behörden wollen betroffene Bürgerinnen und Bürger gezielt per Brief oder Mail kontaktieren.
Der Staatssekretär übernimmt die Leitung der neuen Koordinierungsstelle. (Archivbild)Bernd von Jutrczenka/dpa
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Zur Aufarbeitung des Hackerangriffs auf Teile der Berliner Verwaltung hat die Senatskanzlei eine zusätzliche Koordinierungsstelle eingerichtet. Die Leitung übernehme der Staatssekretär für Digitalisierung, Florian Hauer, teilte die Senatskanzlei mit. Die Stelle solle die Sichtung und Bewertung der gestohlenen Daten koordinieren und die beiden betroffenen Senatsverwaltungen dabei unterstützen, betroffene Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen zu informieren und zu beraten.
An der neuen Einheit sind den Angaben nach neben dem Berliner Landeskriminalamt auch die betroffenen Senatsverwaltungen, die Landesdatenschutzbehörde, der Landesbevollmächtigte für Informationssicherheit und weitere Sicherheitsstellen beteiligt.
Betroffene sollen per Brief oder Mail kontaktiert werden
„Wir werden die betroffenen Beschäftigten, Berlinerinnen und Berliner so schnell wie möglich informieren, beraten und unterstützen“, erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Man sei im engen Austausch mit den Sicherheitsbehörden des Bundes.
Senatssprecherin Christine Richter sagte, Betroffene würden üblicherweise per Brief oder per Mail kontaktiert – bei Beschäftigten auch Personen, die in deren Unterlagen genannt würden.
Senatskanzlei nennt keine konkreten Informationen
Nach einem Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung wurden am Freitag rund 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte im Darknet veröffentlicht. Die kriminelle Hackergruppe Rhysida hatte die Daten Mitte August unbemerkt abgezogen und ein Lösegeld von 30 Bitcoin - umgerechnet rund zwei Millionen Euro - gefordert.
Die forensischen Untersuchungen und Ermittlungen dauern nach Angaben der Senatskanzlei nach an. Konkrete Informationen dazu, welche Daten von den Hackern ins Netz gestellt wurden, nannte die Behörde nicht.
Der IT-Experte Manuel Atug wirft dem Land Berlin vor, „grob fahrlässig“ gehandelt zu haben. Seinen Angaben nach sei lange bekannt gewesen, dass es eklatante Sicherheitslücken gebe. Senatssprecherin Richter sagte dazu, die Sicherheitsmaßnahmen seien nach dem Hackerangriff erhöht worden. „Welche weiteren strukturellen Konsequenzen erforderlich sind, wird sich nach der Bewältigung der aktuellen Lage zeigen.“