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Senat beschließt Sanierungsprogramm für marode Brücken

Rund 80 Prozent der Berliner Brücken sind in keinem guten Zustand. Nun will der Senat mit Milliardeninvestitionen und schnelleren Bauverfahren gegen Sperrungen und Staus vorgehen.

24.03.2026

Im Berliner Ortsteil Oberschöneweide musste im vergangenen Jahr die Brücke an der Wuhlheide abgerissen werden. (Archivbild)Jens Kalaene/dpa

Im Berliner Ortsteil Oberschöneweide musste im vergangenen Jahr die Brücke an der Wuhlheide abgerissen werden. (Archivbild)Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa

In Berlin sollen innerhalb von 15 Jahren 175 marode Brücken durch Neubauten ersetzt werden. Weitere 125 sollen in größerem Stil instand gesetzt werden. Das geht aus dem Masterplan Brücken 2025-2040 hervor, den der Senat beschlossen hat. 

Staatssekretär Andreas Kraus aus der Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt bezifferte die Investitionskosten für die Vorhaben auf rund 1,84 Milliarden Euro. Im Doppelhaushalt 2026/2027 seien erste Gelder eingeplant. Bei der Finanzierung des Programms setze der Senat auch auf Fördermitteln der EU und des Bundes sowie Partnerschaften mit privaten Investoren, die etwa Projekte vorfinanzieren könnten. 

Mehr als 1.000 Brücken in Landeshand

Laut Kraus ist Berlin aktuell für 1.047 Brückenbauwerke zuständig, die von Autos, Radfahrern und Fußgängern oder dem öffentlichen Nahverkehr genutzt werden. Ein erheblicher Teil dieser Infrastruktur ist in die Jahre gekommen: Viele Brücken sind über 100 Jahre alt und den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen. 

Nur 19 Prozent der Brücken - also knapp ein Fünftel - befinden sich nach Einschätzung der Verkehrsverwaltung in einem guten oder sehr guten Zustand. Der übrige Teil bedarf turnusmäßiger Erhaltungsmaßnahmen oder eines Ersatzneubaus. Die Folgen der maroden Infrastruktur sind spürbar: Für etliche Brücken gelten Lastbeschränkungen, Sperrungen und andere Verkehrseinschränkungen.

Schnelleres Bauen

Kraus zufolge sollen Bauprojekte im Zuge des Masterplans Brücken beschleunigt werden. Zielen seien kürzere Planungs- und Genehmigungsverfahren, mehr Digitalisierung und mehr Nachhaltigkeit, um den Sanierungsstau nach und nach abzubauen. 

Bisher dauern Planungs- und Genehmigungsverfahren bei Brücken nach Angaben der Verkehrsverwaltung im Durchschnitt mindestens zehn Jahre. Hinzu kommen mehrere Jahre Bauzeit, wobei dann oft noch unterschiedliche Beteiligte für Teilprojekte zuständig sind. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, die Prozesse hier zu vereinfachen.

„Ziel des Masterplans Brücken ist es, die Brückeninfrastruktur der Hauptstadt langfristig zu sichern, zu modernisieren und zukunftsfähig aufzustellen“, erklärte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) zum Masterplan. Schließlich sei Berlin eine Stadt der Brücken, die für die Mobilität in der Stadt unverzichtbar seien und Menschen, Stadtteile und Lebensräume verbänden.