Senat: Ersatzbau für beschädigte Freihafenelbbrücke ab 2028
Die Hamburger Freihafenelbbrücke ist seit bald einem Jahr nicht mehr nutzbar. Jetzt plant der Senat einen Neubau - als Provisorium.
Die Freihafenelbbrücke ist seit einem Schiffsanprall im Oktober vergangenen Jahres nicht mehr nutzbar. (Archivbild)Daniel Bockwoldt/dpa
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Die nicht reparierbare Hamburger Freihafenelbbrücke soll durch einen provisorischen Neubau ersetzt werden. Die Behelfsbrücke werde ab Anfang 2028 direkt westlich der Neuen Elbbrücken errichtet, teilte der Senat mit. Die neue Querung soll nicht nur die Norderelbe überbrücken, sondern auch den Oberhafenkanal, einen weiteren, kleinere Elbarm. Vorgesehen sind zwei Fahrstreifen für den Autoverkehr sowie Rad- und Fußwege.
Die Bürgerschaft soll dem Projekt im November zustimmen. Die Bauzeit werde 12 bis 15 Monate betragen, hieß es. Das bedeutet, die Behelfsbrücke könnte in der ersten Jahreshälfte 2029 fertig sein. Die Kosten belaufen sich den Angaben zufolge auf 134 Millionen Euro. 100 Millionen davon sollen aus dem Sondervermögen des Bundes kommen. Die Behelfsbrücke soll auch die Neuen Elbbrücken entlasten. Sie sind die wichtigste Verkehrsverbindung zwischen den Stadtteilen nördlich und südlich der Elbe.
Die Neuen Elbbrücken sollen durch die provisorische neue Freihafenelbbrücke entlastet werden. (Archivbild)Daniel Bockwoldt/dpa
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Am 28. Oktober vergangenen Jahres hatte ein Binnenmotorschiff die Freihafenelbbrücke gerammt. Der entstandene Schaden kann nicht repariert werden. Der Rückbau soll nach früheren Angaben des Senats noch in diesem Jahr beginnen.
Die Wirtschaftsbehörde wies unterdessen einen Vorschlag der CDU-Bürgerschaftsfraktion zurück, auch die marode Köhlbrandbrücke durch ein provisorisches Bauwerk zu ersetzen. „Ein provisorischer Ersatz für die Köhlbrandbrücke wäre extrem teuer und aufwendig“, erklärte Behördensprecher Martin Helfrich. Die Zeit und das Geld sollten besser in den Bau eines dauerhaften Ersatzbauwerks investiert werden.
Die Planungen für die neue, höhere Köhlbrandbrücke sind bereits weit fortgeschritten. Im Juni war der Siegerentwurf für die neue Schrägseilbrücke vorgestellt worden. Der Senat treibe die Beschleunigung der Planungen voran, erklärte Helfrich. Derzeit werde mit einer Verkehrsfreigabe Anfang der 2030er Jahre gerechnet.
Die CDU-Bürgerschaftsfraktion fordert, die marode Köhlbrandbrücke vor dem geplanten höheren Neubau durch ein schnell zu errichtendes Provisorium zu ersetzen. (Archivbild)Georg Wendt/dpa
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Die CDU-Fraktion fordert einen Plan B, sollte die Bestandsbrücke möglicherweise vorzeitig teilweise oder vollständig gesperrt werden müssen. „Eine mögliche Lösung ist eine temporäre Entlastungsbrücke parallel zum Bestandsbauwerk“ heißt es in dem Antrag. Ein solches Bauwerk könne innerhalb von zwei bis drei Jahren errichtet werden und die Zeit bis zur Fertigstellung des Ersatzneubaus überbrücken. Die Kosten für das Provisorium werden laut CDU auf vorläufig rund 850 Millionen Euro geschätzt.