Seit 50 Jahren eine feste Größe in Weseke
Im Magazin „Spezi“ stellt die Borkener Zeitung besondere Unternehmen aus der Region vor - echte Spezialisten auf ihrem Gebiet. Heute: die Böger GmbH.
Anne Börger-Olthoff, Alois und Ursula Börger
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Das Jahr 2025 war für die Börger GmbH ein Besonderes. Warum?
„In diesem Jahr hat unser Unternehmen das 50-jährige Bestehen gefeiert“, berichtet Geschäftsführerin Anne Börger-Olthoff. Ihr Vater Alois gründete die Börger GmbH 1975 in einer Scheune des elterlichen Hofes in Weseke. Bereits zwei Jahre später zog der Betrieb um an den heutigen Standort am Benningsweg. Angefangen hat das Unternehmen als Handelsunternehmen für landwirtschaftliche Maschinen. Dazu gehörten auch Pumpen und Pumptechnik. Diese kamen über einen Händler und wurden über die Börger GmbH vertrieben. Alois Börger war aber bald nicht mehr zufrieden mit den gelieferten Pumpen und beschloss, eine eigene Pumpe zu bauen. „Nachhaltigkeit war schon damals ein großes Thema, denn die Pumpen sollten wartungsfreundlich mit einer langen Lebensdauer und von hoher Qualität sein“, erzählt Anne Börger-Olthoff. 1990 brachte Alois Börger schließlich seine erste eigene Pumpe auf den Markt.
In einer Scheune des elterlichen Hofes hat Alois Börger das Unternehmen gegründet.
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Das war der Startschuss für eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Wie ging es weiter?
Nachdem die Pumpen in der Landwirtschaft immer mehr Vewendung fanden, wurden sie später auch in der Abwasseraufbereitung eingesetzt. Nach und nach entdeckten auch Industriebetriebe die Produkte aus Weseke. Das Unternehmen wuchs kontinuierlich, dabei stellte es sich immer internationaler auf. Ende der 1990er-Jahre wurden Niederlassungen im Ausland eröffnet, unter anderem in Singapur, Frankreich und den USA. „Heute ist die Börger GmbH mit acht Auslandsniederlassungen in 65 Ländern vertreten und beschäftigt 440 Mitarbeiter“, berichtet Geschäftsführerin Anne Börger-Olthoff. 330 von ihnen arbeiten am Hauptstandort in Weseke. Zu diesem bekennt sich das Unternehmen ganz klar und hat hier vor zwei Jahren 15 Mio Euro investiert. Eine große Montagehalle, das Zentrallager und eine Kantine sind entstanden und stehen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung. Mit dem Einstieg der zweiten Generation in die Geschäftsführung hat sich das Unternehmen bereits vor einigen Jahren auf die Zukunft eingestellt.
Berühmt ist die Börger GmbH für die Drehkolbenpumpe. Was gehört noch zum Portfolio?
Alles rund um Pumpen wird in Weseke gefertigt und montiert. Dabei gebe es keine Massenware, sondern individuelle Produkte. „Wir sind in vielen Fällen Problemlöser. Die Kunden haben ein Problem und wir suchen gemeinsam eine Lösung, sodass es das individuell perfekte Aggregat gibt“, sagt Anne Börger-Olthoff. Die Pumpen aus Weseke können stationär, mobil oder getaucht eingesetzt werden. Auch im Bereich Separationstechnik ist die Börger GmbH innovativ unterwegs und hat mit einem neuen, besonders leistungsstarken Bioselect Separator auf der Agritechnica Messe im Herbst den Innovation Award in Silber gewonnen. Edelstahlbehälter, Zerkleinerungs- und Biogastechnik vervollständigen das Börger-Produktprogramm.
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Sie können unabhängig von einzelnen Kunden und Märkten agieren. Wie gelingt Ihnen das?
Die Börger GmbH ist besonders breit aufgestellt und beliefert viele verschiedene Unternehmen und Branchen. „Dadurch sind wir nicht auf einen Großkunden oder eine Branche angewiesen und können Krisen in einer Branche mit Zuwächsen in einer anderen Branche ausgleichen“, erklärt Anne Börger-Olthoff. Für die Mitarbeiter bedeute das eine hohe Sicherheit für ihre Arbeitsplätze und eine gute betriebliche Auslastung. Durch die Komplettlösungen, die das Unternehmen bietet - von der Entwicklung und Umsetzung der kundenspezifischen Anforderungen bis hin zum Aufbau - ist die Abwicklung für den Kunden denkbar einfach, weil es nur einen Ansprechpartner gibt.
In welchen Bereichen sind Sie tätig?
„Es gibt kaum eine Branche, in der wir nicht tätig sind“, berichtet Anne Börger-Olthoff. Die Pumpen aus Weseke werden in der Industrie, in der Umwelt- und Kommunaltechnik, in der Landwirtschaft, in der Lebensmittelindustrie sowie in der Marine und Offshoreanlagen eingesetzt. Ein großer Bereich ist außerdem der Katastrophenschutz.
Die Börger GmbH ist stets auf der Suche nach Mitarbeitern.
„Wir sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen und möchten auch in Zukunft weiterwachsen. Wir freuen uns immer über Bewerbungen von Talenten, die Lust haben mit uns zu wachsen“, teilt Andrea Gurtmann aus dem Personalwesen mit.
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Sie bilden jedes Jahr aus und suchen Auszubildende. In welchen Bereichen bilden Sie aus?
„Wir sehen uns als Ausbildungsbetrieb“, sagt Andrea Gurtmann. Vor allem in der Produktion werden Auszubildende gesucht - Metallbauer, Elektroniker, Mechaniker sowie Zerspanungsmechaniker vor allem. Für 2026 hat die Börger GmbH noch einen Ausbildungsplatz „Technischer Produktdesigner“ zu vergeben. In der Regel werden sieben bis neun Auszubildende pro Lehrjahr eingestellt. Neun Berufe entlang der kompletten Prozesskette werden ausgebildet - und das stets erfolgreich. „Wir sehen den Mehrwert von selbst ausgebildeten Mitarbeitern. Das ist nicht zu unterschätzen“, sagt Gurtmann. Die Übernahmechancen sind sehr gut, in der Regel übernimmt Börger alle Auszubildenden.
Was macht Sie als Arbeitgeber aus?
Ein gutes Arbeitsklima sorgt für eine gute Atmosphäre, die die Mitarbeiter sehr schätzen. „Viele blicken auf eine lange Betriebszugehörigkeit zurück und arbeiten jahrzehntelang bei uns“, sagt Anne Börger-Olthoff. Regelmäßige Betriebsfeiern fördern den Zusammenhalt. Seit 2023 steht den Mitarbeitern eine eigene Kantine zur Verfügung, in der sie Frühstück und Mittagessen bekommen können. Flexible Arbeitszeiten und die Arbeit im Ein-Schicht-Betrieb machen das Unternehmen darüber hinaus attraktiv und familienfreundlich. Durch die Größe des Unternehmens stehen den Mitarbeitern auch nach der Ausbildung oder im weiteren Verlauf ihrer Karriere alle Möglichkeiten offen. „Wer möchte, kann sich innerhalb des Unternehmens weiterentwickeln“, so Anne Börger-Olthoff.