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Schwesig: Peene-Werft auch am Bau neuer Fregatten beteiligen

Vom Projekt-Aus für die Fregatten F126 ist auch Mecklenburg-Vorpommern betroffen. In welchem Umfang ist noch unklar. Es laufen auch Gespräche zwischen Schwerin und Berlin.

24.06.2026

Vor zwei Jahren waren Schwesig und Pistorius gemeinsam bei der Kiellegung der Fregatte F126 „Niedersachsen“ auf der Peene-Werft. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

Vor zwei Jahren waren Schwesig und Pistorius gemeinsam bei der Kiellegung der Fregatte F126 „Niedersachsen“ auf der Peene-Werft. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ist nach dem Projekt-Aus für die Fregatte F126 nach eigenen Angaben im direkten Austausch mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (beide SPD). „Wenn der Bau der Fregatte F126 nicht vollendet werden kann, dann sollte die Peene-Werft am Bau der neuen Fregatten beteiligt werden. Darüber habe ich mit dem Verteidigungsminister gesprochen“, sagte Schwesig der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei gut, dass es neue Perspektiven für die Peene-Werft Wolgast gebe. An der guten Arbeit der Männer und Frauen dort habe es nicht gelegen, dass die F126 nicht weitergebaut werden könne, so Schwesig weiter. „Wir sind in konstruktiven Gesprächen mit dem Verteidigungsminister und der Peene-Werft.“ Pistorius habe schon in Rostock und in Wismar unterstützt und werde dies auch in Wolgast tun. Die Peene-Werft sei mit ihren Arbeitsplätzen wichtig für ganz Vorpommern.

Ministerium: Rahmenbedingungen nicht eingehalten

Das Verteidigungsministerium hatte zuvor mitgeteilt, das milliardenteure Rüstungsprojekt für sechs Fregatten des Typs F126 zu beenden. Damit werde auf erhebliche Verzögerungen sowie absehbare Kostensteigerungen und Risiken reagiert, teilte das Ministerium in Berlin mit.

Das zunächst als Generalunternehmer beauftragte niederländische Unternehmen Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS) habe zeitliche und finanzielle Rahmenbedingungen nicht einhalten können, so das Ministerium. Die erste Fregatte mit einer sogenannten Anfangsbefähigung hätte Mitte 2028 geliefert werden sollen, die folgenden Schiffe bis 2033.

CDU: Wismar und Wolgast berücksichtigen 

Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Fraktionschef Daniel Peters bezeichnete die angekündigte Kehrtwende beim Fregattenprojekt F126 als harten Schlag für den Industriestandort Vorpommern. Viele Beschäftigte hätten auf die langfristige Beteiligung an diesem Großprojekt gesetzt und bräuchten jetzt schnell Klarheit über die weiteren Planungen. „Wer Milliardeninvestitionen umsteuert, trägt auch Verantwortung für die Regionen, die von diesen Entscheidungen unmittelbar betroffen sind“, so Peters.

Der Standort MV müsse bei Aufträgen für die Marine berücksichtigt werde, mahnt CDU-Fraktionschef Peters. (Archivbild)Jens Büttner/dpa

Der Standort MV müsse bei Aufträgen für die Marine berücksichtigt werde, mahnt CDU-Fraktionschef Peters. (Archivbild)Jens Büttner/dpa

© Jens Büttner/dpa

Grundsätzlich sei es richtig, dass neue Fregatten für die deutsche Marine auch auf deutschen Werften gebaut werden sollten und so die nationale Sicherheits- und Verteidigungsindustrie gestärkt werde. Es müsse aber sichergestellt werden, dass im Zuge der Vergabe an das Unternehmen TKMS dessen Standort Wismar ausreichend bedacht werde, so dass zumindest ein Teil der Wertschöpfung im Land bleibe.

„Vor allem aber erwarte ich, dass die Werft in Wolgast angemessen an den anstehenden Bau- und Ausrüstungsleistungen beteiligt wird und von den Investitionen in die Marine spürbar profitiert“, betonte Peters, der auch CDU-Landeschef und Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl am 20. September ist. Die Peene-Werft war am Bau von F126-Fregatten beteiligt und gehört seit diesem Jahr zum Rüstungsunternehmen Rheinmetall.

Keine Angaben von Rheinmetall

Pistorius war in der Vergangenheit mehrmals am Werftstandort Warnemünde, wo das Marinearsenal angesiedelt wurde. Auch auf der Wismarer Werft war der Minister. Dort will das Unternehmen Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) U-Boote bauen. In Wolgast war Pistorius 2024 bei der Kiellegung der Fregatte F126 „Niedersachsen“.

Der Sprecher für Naval Systems beim Rüstungsunternehmen Rheinmetall wollte indes zu möglichen Auswirkungen des Stopps für das F126-Projekt auf die Wolgaster Werft keine Angaben machen.