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Schwarz-Digits-Chef rechnet mit kräftigem Wachstum

Vom Dienstleister für Lidl und Kaufland zum großen Cloud-Anbieter: Die Schwarz-Gruppe setzt große Hoffnung in ihre Digitalsparte. Nun hat sie eine neue Heimat. Wird sie zum großen Umsatzbringer?

21.07.2026

Der Schwarz-Digits-Campus bei Heilbronn bietet Platz für mehrere Tausend Mitarbeiter.Bernd Weißbrod/dpa

Der Schwarz-Digits-Campus bei Heilbronn bietet Platz für mehrere Tausend Mitarbeiter.Bernd Weißbrod/dpa

© Bernd Weißbrod/dpa

Die IT- und Digitalsparte der Schwarz-Gruppe will in den kommenden Jahren kräftig wachsen. „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, sagte Schwarz-Digits-Chef Christian Müller bei der offiziellen Eröffnung des neuen Campus in Bad Friedrichshall bei Heilbronn. Müller führt die Sparte seit wenigen Tagen allein – sein langjähriger Co-Chef Rolf Schumann verließ das Unternehmen. Bekannter ist die Gruppe von Unternehmensgründer Dieter Schwarz für die Handelsketten Lidl und Kaufland. 

Schwarz-Digits-Chef: „Wir sind gekommen, um zu bleiben“.Bernd Weißbrod/dpa

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Konkrete Zahlen nannte Müller zwar nicht - gab sich aber zuversichtlich: „Wir werden sehr gute Umsatzzuwächse haben“. Man sehe ja bereits, was in der Pipeline sei. Das Thema digitale Souveränität sei am Anfang belächelt worden. Heute sei es so, dass man Kundenprojekte priorisieren müsse, sagte Müller. Im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr machte Schwarz Digits einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro - ein Wachstum von 16 Prozent. Das Plus ging demnach wesentlich auf die wachsende Nachfrage nach Cloud-Lösungen zurück. 

Digitale Souveränität bedeutet, dass Firmen und Staaten selbst bestimmen, wo ihre Daten gespeichert sind und wer darauf zugreifen kann - unabhängig von US-amerikanischen oder chinesischen Technologiekonzernen. Schwarz will sich als europäische Alternative zu Anbietern wie Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure aufstellen. Das Unternehmen traut sich zu, zum „Hyperscaler“ zu werden. So nennt man Cloud-Anbieter, die weltweit viele Server betreiben, um ihren Kunden in großem Umfang Speicher für Daten, Rechenleistung für Programme, KI und weitere Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. 

Neuer Campus für Tausende Mitarbeiter

Die Ambitionen der Schwarz-Gruppe zeigen sich auch auf dem neuen Campus. Vieles erinnert eher an Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley - und nicht an die IT-Sparte eines Lebensmittelhändlers. Die fünf kleeblattförmigen Gebäude sind terrassenartig angeordnet und bieten Platz für bis zu 5.500 Beschäftigte. Fast die Hälfte des 15,5 Hektar großen Geländes ist begrünt. Dafür wurden mehr als 3.000 Bäume und Sträucher gepflanzt.

Ein großer Teil des Campus ist begrünt.Bernd Weißbrod/dpa

Ein großer Teil des Campus ist begrünt.Bernd Weißbrod/dpa

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Neben 3.500 Arbeitsplätzen sowie Konferenz- und Besprechungsräumen gibt es unter anderem eine Kita mit 280 Plätzen, ein Fitnessstudio sowie ein großes Restaurant inklusive Kochroboter. Erweiterungsflächen sind bereits eingeplant. In der Region befinden sich unter anderem auch die Unternehmenszentralen von Lidl, Kaufland und der Schwarz-Gruppe. 

Anfänge als Dienstleister für Lidl und Kaufland

Schwarz Digits ist eine von fünf Sparten der Unternehmensgruppe, die zuletzt einen Gesamtumsatz von 185,6 Milliarden Euro auswies. Den größten Anteil daran hatten nach wie vor Lidl und Kaufland. Die IT-Sparte startete als interner Dienstleister für die beiden Ketten und bietet ihre Leistungen wie Cloud-Dienste und Cybersicherheit seit einigen Jahren auch externen Kunden an. Dazu baut sie aktuell auch ein milliardenschweres Rechenzentrum in Brandenburg.