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Schule aus, Hausaufgaben bleiben

Am Freitag ist es so weit: Thüringens Schülerinnen und Schüler haben ihren letzten Schultag vor den Sommerferien. Im Hintergrund des Schulbetriebs gibt es trotzdem noch reichlich zu tun.

01.07.2026

Tausende Schüler dürfen am Freitag mit ihrem Zeugnis in der Hand in die sechswöchigen Sommerferien starten. (Symbolbild)Ina Fassbender/dpa

Tausende Schüler dürfen am Freitag mit ihrem Zeugnis in der Hand in die sechswöchigen Sommerferien starten. (Symbolbild)Ina Fassbender/dpa

© Ina Fassbender/dpa

Rund 259.000 Schülerinnen und Schüler an den berufs- und allgemeinbildenden Thüringer Schulen dürfen ab Freitag in eine besonders große Pause: Nach Wochen voller Prüfungen und Notenstress beginnen die Sommerferien. 

Dann bekommen laut Bildungsministerium 208.810 Schülerinnen und Schüler in Form eines Zeugnisses das Ergebnis ihrer Leistungen im nun endenden Schuljahr in die Hand. An den berufsbildenden Schulen erhalten nicht alle Schüler die Zeugnisse am Freitag.

Kinder machen Ferien, Schulämter suchen Lehrkräfte

Währen viele Kinder die schulfreie Zeit mit Urlaub, Freibadbesuchen oder langem Ausschlafen genießen können, beginnt für Schulämter eine intensive Zeit: Noch rund 500 Stellen sind laut Ministerium aktuell an den Schulen zu besetzen. Auch potenzielle Seiteneinsteigerinnen und -einsteiger sind weiter aufgerufen, sich für den Thüringer Schuldienst zu bewerben. Beratungen zu individuellen Einstiegsmöglichkeiten sind demnach fortlaufend möglich.

Wer als Seiteneinsteiger, also ohne Lehramtsstudium, als Lehrerin oder Lehrer arbeiten möchte, muss eine verbindlichen Vorkurs zur Vorbereitung von drei Monaten absolvieren. 300 Interessierte haben diesen Kurs laut Ministerium seit August 2025 gemacht. Werden Seiteneinsteiger später unbefristet in den Thüringer Schuldienst eingestellt, besuchen sie dann ein Jahr lang Qualifizierungsmaßnahmen und sollen schrittweise eingearbeitet werden.

Thüringen sieht sich unter anderem wegen Pensionierungen einem Lehrermangel gegenüber, der sich mancherorts auch in Unterrichtsausfällen äußert. Seit einigen Jahren wird auch auf Seiteneinsteiger gesetzt, um das auszugleichen.

So sieht die Zwischenbilanz des Bildungsministers aus

Bildungsminister Christian Tischner (CDU) zeigte sich zufrieden mit dem Schuljahr. „Unsere Zwischenbilanz kann sich sehen lassen. Zentrale Vorhaben sind umgesetzt. Der Unterrichtsausfall konnte um zwei Prozent reduziert werden und wir gehen diesen Weg konsequent weiter.“

Derweil stellt die Bildungsgewerkschaft GEW Thüringen dem Bildungsministerium ein eher maues Zeugnis für das endende Schuljahr aus: Über alle Schularten hinweg sei die Personalsituation in den meisten Regionen weiter angespannt. „Unterrichtsausfall, Langzeiterkrankungen, unbesetzte Stellen und fehlende Bewerberinnen und Bewerber prägen weiterhin den Alltag vieler Schulen“, hieß es seitens der Gewerkschaft. Maßnahmen zur Entlastung von Lehrkräften seien im Schulalltag bislang nur in Teilen spürbar angekommen.