Schüsse vor Dresdner Supermarkt - Täter wohl psychisch krank
Ein 41-Jähriger zielt mit einer Muskete auf andere und ruft „Allahu Akbar“. Die Polizei stoppt den Mann mit zwei Schüssen. Nun werden immer mehr Details bekannt. Gibt es ein islamistisches Tatmotiv?
Vor einem Supermarkt nahm die Polizei den 41-Jährigen fest.Katharina Kausche/dpa
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Nach den Schüssen vor einem Dresdner Supermarkt geht die Staatsanwaltschaft von einer schweren psychischen Erkrankung des 41-jährigen mutmaßlichen Täters aus. Anhaltspunkte für ein islamistisches Tatmotiv sieht die Staatsanwaltschaft nach bisherigem Ermittlungsstand nicht.
Der Mann hatte am Mittwochmorgen mit einer Schusswaffe auf mehrere Menschen gezielt, die Polizei stoppte ihn mit zwei Schüssen. Nach seiner Festnahme kam er schwer verletzt in ein Krankenhaus.
Die Staatsanwaltschaft beantragte heute die einstweilige Unterbringung des Mannes in einem psychiatrischen Krankenhaus, wie es in einer Mitteilung hieß. Der 41-Jährige soll demnach noch im Tagesverlauf einer Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Dresden vorgeführt werden.
Der Türke könnte den Angaben nach aufgrund der vermuteten schweren psychischen Erkrankung bei der Tat zumindest vermindert schuldfähig gewesen sein. Er ist bereits erheblich vorbestraft.
Mit Schusswaffe auf Bauarbeiter gezielt
Der 41-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft zunächst an einer Baustelle im Dresdner Stadtteil Friedrichstadt mit einer Schusswaffe auf drei Bauarbeiter gezielt und dabei Schussgeräusche imitiert haben. Anschließend ging er mit offen getragener Waffe in einen Supermarkt.
Die alarmierte Polizei umstellte das Gebäude. Als der 41-Jährige den Markt verließ, ging er auf die Knie und rief mehrfach „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“). Dabei richtete er seine Waffe ruckartig auf ein Einsatzteam der Polizei. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass er einen Schuss in Richtung der Beamten abgab, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Polizei hatte zuvor berichtet, der Mann habe die Waffe auf die Beamten abgefeuert. Demnach handelte es sich um eine Art Muskete.
Polizisten stoppten den Mann schließlich mit zwei Schüssen. Er wurde dabei schwer verletzt und nach seiner Festnahme in einem Krankenhaus behandelt.
Keine Hinweise auf islamistisches Motiv
Anhaltspunkte für ein islamistisches Tatmotiv sieht die Staatsanwaltschaft nach bisherigem Ermittlungsstand nicht. Gegen den 41-Jährigen wird wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung, der Bedrohung und des unerlaubten Führens einer Schusswaffe ermittelt. Auch die Rechtmäßigkeit des Dienstwaffengebrauches durch die Polizeibeamten wird überprüft.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 41-Jährigen zudem eine weitere Tat vor: In der Nacht zum Sonntag soll er mit einem Hammer auf einen 23-Jährigen im Dresdner Zentrum losgegangen sein, der Mann konnte den Angriff jedoch abwehren und blieb unverletzt.
Der Bereich um den Tatort wurde abgesperrt.Katharina Kausche/dpa
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