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Schüler wollen besser auf Leben mit KI vorbereitet werden

Viele Schüler sehen Künstliche Intelligenz als wichtig für ihre Zukunft an und nutzen KI bereits für Schulaufgaben. Das hat eine Umfrage des Landesschülerrats ergeben. Doch die Schule hinkt hinterher.

31.03.2026

Viele Schüler nutzen KI für die Schule.Iris Leithold/dpa /dpa

Viele Schüler nutzen KI für die Schule.Iris Leithold/dpa /dpa

© Iris Leithold/dpa /dpa

Die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern bereiten die Schüler einer Umfrage zufolge unzureichend auf ein Leben mit Künstlicher Intelligenz vor. Vier von fünf Befragten erklärten demnach, KI-Tools zumindest gelegentlich für schulische Zwecke zu nutzen. „Gleichzeitig fühlen sich 56 Prozent der Schülerinnen und Schüler kaum bis gar nicht durch die Schule auf den Umgang mit KI vorbereitet“, sagte der Vorsitzende des Landesschülerrates, Felix Wizowsky, bei der Vorstellung der Umfrage in Schwerin.

Der Landesschülerrat befragte nach eigenen Angaben Ende 2025 rund 1.200 Schülerinnen und Schüler ab Klasse sieben in MV zum Thema KI und Schule. Nur 15 Prozent von ihnen gaben demnach an, nie KI-Tools zu nutzen. Wizowsky sagte, viele nutzten KI-Tools im Geheimen, weil sie fürchteten, eine schlechtere Note zu bekommen, wenn sie die Nutzung angeben würden.

„Schule darf nicht zurückbleiben“ 

„Wenn Schule ihrem Bildungsauftrag gerecht werden will, darf sie bei einer der zentralen Zukunftstechnologien nicht hinter der Lebensrealität der Lernenden zurückbleiben“, fordert der Landesschülerrat. Künstliche Intelligenz müsse als selbstverständlicher Bestandteil des gesamten Schulalltags verankert werden. „Nicht als Randthema, sondern als Querschnittskompetenz, die in allen Fächern mitgedacht und angewendet wird.“

Wizowsky forderte eine Erneuerung des Informatik-Unterrichts. Die Schüler müssten dort fundiertes Wissen über Funktionsweisen, Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz erwerben können. Mehr als die Hälfte der Befragten habe in der Umfrage Bedenken bezüglich der Nutzung persönlicher Daten durch Künstliche Intelligenz geäußert. Der Landesschülerrat betont, es gehe darum, die Technologie nicht nur zu nutzen, sondern auch kritisch zu hinterfragen und verantwortungsvoll einzusetzen.

Ministerin: Fortbildung und Handreichung für Lehrkräfte

Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) erklärte, dass Mecklenburg-Vorpommern verstärkt auf einen kompetenten und reflektierten Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) im Schulalltag setze. In der Schule werde KI bereits zur individuellen Lernförderung von Schülerinnen und Schülern eingesetzt. „Aber KI hilft auch Lehrkräften beim Erstellen von Unterrichtsmaterialien“, so die Ministerin.

Für Lehrkräfte gebe es Fortbildungen und ihnen stehe eine Handreichung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz zur Verfügung. Das Papier mit dem Titel „Gemeinsam die Welt der generativen KI-Systeme erkunden“ kläre auf, was KI sei und was sie leisten könne. Lehrkräfte würden dort erfahren, wie sie diese Anwendungen zur Unterrichtsvorbereitung nutzen könnten und wie sie Aufgaben erstellten, die weniger anfällig dafür seien, ausschließlich von einer KI erledigt werden zu können. 

Der Landesschülerrat-Vorsitzende Wizowsky bezeichnete die Handreichung als nicht ausreichend und nahezu wirkungslos. Die Umfrage zeige, dass ein Kurswechsel seitens des Ministeriums notwendig sei. „Die Frage ist nicht mehr, ob KI unseren Alltag prägt, sondern ob Schule die Kompetenzen vermittelt, damit junge Menschen diese Entwicklung aktiv mitgestalten können.“

Eine Umfrage des Landesschülerrates MV zeigt, dass Schülerinnen und Schüler von ihren Lehrern eine Vorbereitung auf ein Leben mit Künstlicher Intelligenz erwarten. (Symbolbild)Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Eine Umfrage des Landesschülerrates MV zeigt, dass Schülerinnen und Schüler von ihren Lehrern eine Vorbereitung auf ein Leben mit Künstlicher Intelligenz erwarten. (Symbolbild)Karl-Josef Hildenbrand/dpa

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa