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Schüler protestieren vor Berliner Gymnasium

Vor einem Gymnasium in Friedrichshain protestieren Schüler. Was hat es damit auf sich?

16.10.2026

Die Berliner Polizei ist an einer Schule im Einsatz.Sven Kaeuler/dpa

Die Berliner Polizei ist an einer Schule im Einsatz.Sven Kaeuler/dpa

© Sven Kaeuler/dpa

Vor einem Gymnasium in Berlin-Friedrichshain gibt es Proteste von Schülern und Schülerinnen. Nach Angaben der Initiative Schulstreik gegen Wehrpflicht geht es um Forderungen nach mehr Geld für Bildung und gegen eine Wehrpflicht. Die Schule informierte am Morgen Eltern und Kinder, dass der Zugang blockiert sei. Die Kinder würden von den Lehrkräften betreut. Der Unterricht soll starten, sobald die Tore geöffnet sind.

Die Polizei ist nach eigenen Angaben mit rund 30 Beamtinnen und Beamten vor Ort. Nach Angaben von Polizeisprecher Florian Nath gibt es in dem Bereich zwei Versammlungen: Eine vor der Schule und eine im Bereich Singerstraße hinter dem Gymnasium mit etwa 20 bis 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Kundgebung der Schüler verlaufe friedlich, so Nath. Am Rande der anderen Versammlung sei es zu Rangeleien zwischen Demonstranten und Einsatzkräften gekommen. 

Anwohnerin verletzt

Ein 17-Jähriger, der laut Polizei kein Schüler des Gymnasiums ist, wurde nach Angaben des Sprechers vorläufig festgenommen. Er soll eine 67 Jahre alte Anwohnerin verletzt haben. Nach Polizeiangaben wollte die Frau ihren Abfall zum Müllplatz bringen. Als die 67-Jährige die Absperrung geöffnet hatte, sollen Jugendliche versucht haben, Mülltonnen herauszuholen. Die Frau wollte dies laut Polizeisprecher verhindern und wurde verletzt.

Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, der Körperverletzung, des tätlichen Angriffs und der Sachbeschädigung aufgenommen, wie sie mitteilte.

 

Die Aktion erinnert an die aktuellen Schulproteste in Frankreich. Seit Ende September gehen Schülerinnen und Schüler und auch Studierende zu Hunderttausenden auf die Straßen - insbesondere für eine bessere Ausstattung der Schulen, mehr Lehrkräfte und bessere Lernbedingungen. Auch in Berlin gab es bereits kleinere Proteste.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) blickt nach eigenen Angaben mit Sorge auf die Entwicklung in Frankreich. Sie warnt davor, dass radikale Kräfte die deutschen Solidaritätskundgebungen instrumentalisieren könnten. Schülerinnen und Schülern müssten für ihre Forderungen demonstrieren dürfen, erklärte der Berliner GdP-Landeschef Stephan Weh. „Wie bei anderen Protestbewegungen müssen wir aber damit rechnen, dass sich radikale oder gar extremistische Kräfte auf diese Proteste draufsatteln.“